Digital Strategy Framework – Denkmodelle für die digitale Unternehmensstrategie

Ein Digital Strategy Framework ist ein Denk- und Handlungsmodell - Es beinhaltet eine übergeordnete Architektur, Komponenten und Schnittstellen, um verschiedene Eingaben in strategische Handlungsoptionen zu konvertieren. Diese Beitrag liefert einen fundierten Einstieg in den Aufbau und die Aufgaben eines Digital Strategy Frameworks.

Was ist ein Framework?

Der erste Schritt zum Verständnis von Digital Strategy Frameworks führt in Welt der digitalen Anwendungen. Sie dient als Beispiel für den Aufbau und die Funktion von Frameworks. Frameworks werden in der Entwicklung regelmäßig angewendet. In einem Framework werden Komponenten gesammelt, die sich zur Lösung einer Aufgabe optimal eignen. Sie sind durch eine Architektur organisiert und zeitlich strukturiert. Außerdem sind die Komponenten miteinander verknüpft. Sie können sich Informationen gegenseitig übergeben. Über Schnittstellen können Eingaben von außen verarbeitet, und erzeugte Ergebnisse weitergegeben werden.

Bei der Umsetzung digitaler Anwendungen werden regelmäßig mehrere Frameworks miteinander kombiniert. Sie verbinden sich an den Schnittstellen. Einige Frameworks sind für das Backend (Prozesse, Berechnungen), andere für das Frontend (User-Interface, Oberfläche) zuständig. Individuelle Anpassungen und Erweiterungen der Frameworks ermöglichen die Umsetzung neuartiger Anwendungen. Frameworks bündeln also 80% wiederkehrenden Aufgaben, und schaffen Zeit für 20% individuelle Lösung (mit wiederum 80% Wirkung).

Ok, habe ich verstanden. Was hat das denn jetzt mit Frameworks für die digitale Strategie zu tun? Warum sollte ich meine Digitalstrategie mit einem Framework umsetzen? Lesen Sie einfach weiter.

Was ist ein Digital Strategy Framework?

Im Folgenden werden wir immer vom „Digital Strategy Framework“ sprechen – Das ist natürlich ein Buzzword. Und da dieses Buzzword gesucht wird, müssen wir es entsprechend erwähnen und wiederholen. Tatsächlich handelt es sich bei einem „Digital Strategy Framework“ um nichts anderes, als eine Systematik zum Denken und Handeln.

„Alles sollte so einfach wie möglich sein – aber nicht einfacher“
Albert Einstein

Ein Digital Strategy Framework ist – in diesem Sinne – als Werkzeugbox mit Anleitung zu verstehen. Ein strategisches Framework steigt nicht zu tief in die fachlichen Niederungen ein. Es soll den Blick aus einer strategischen Vogelperspektive ermöglichen. Muster und Strukturen werden durch bewusste Vereinfachung sichtbar. Denken und Handeln soll so einfach wie möglich werden – komplexe Sachverhalte sollen sich auf das Wesentliche reduzieren. Ziemlich pragmatisch also.

Soweit ganz gut – Aber wie funktioniert ein Digital Strategy Framework? Wie kann man es im Unternehmen nutzen? Wie hilft es strategisch zu denken und zu handeln?

Wie funktioniert ein Digital Strategy Framework?

Wir haben die Definition eines Frameworks aus Sicht der Anwendungsentwicklung betrachtet. Jetzt wollen wir den Sprung zum Digital Strategy Framework wagen. Nehmen wir mal an, dass sich unsere digitale Strategie durch eine Anwendung ermitteln lassen würde. Diese Anwendung würde nach strikten – ausbaufähigen – Algorithmen vorhandene Informationen sammeln, analysieren, konzentrieren und dann als Lösungsvorschlag ausgeben.

Die Anwendung benutzt unterschiedliche Komponenten, um unterschiedlichen Informationen gerecht zu werden. Die Informationen werden über Schnittstellen bereit gestellt. Das Ganze kann man sich so vorstellen.

Digital Strategy Framework

Das Framework würde zudem nicht bei jedem Durchlauf neu erfunden werden. Es wäre von Beginn an so aufgebaut, dass es erweitert werden kann. Neue Komponenten können jederzeit dem Framework hinzugefügt werden. Der grundsätzliche Ablauf wäre aber immer identisch, so dass jeder Durchlauf zu mehr Sicherheit und schnelleren Lerneffekten führt.

Soweit so gut – Ziemlich abstrakt bisher. Nun stellen wir uns vor, dass das Framework eine Designmethodik ist mit dem komplexe Sachverhalte visuell reduziert und vereinfacht dargestellt werden. Diese Design-Methodik besteht aus einer Abfolge von Schritten. In jedem Schritt werden bestimmte vordefinierte Methoden benutzt, um Informationen zu sammeln, zu verdichten und vereinfacht zu visualisieren.

Digital Strategy Framework

Das Digital Strategy Framework liefert eine Architektur, Komponenten und einen Prozess der 80% der wiederkehrenden Aufgaben standardisiert. Im Umkehrschluss ermöglicht ein Digital Strategy Framework die Konzentration auf die wichtigen 20% der Informationen. Diese werden zu 80% Wirkung auf die digitale Strategie ausüben. Das Schöne an einem Digital Strategy Framework ist, dass jeder Durchlauf die nächste Anwendung beschleunigt. Das System wird mit jeder Durchführung effizienter und effektiver. Ein wichtiger Punkt bei strategischen Überlegungen, die um Kontext dynamischer Märkte getroffen werden müssen.

Als nächste beleuchten wir woraus ein Digital Strategy Framework aufgebaut ist. Wie sieht die Architektur, die Komponenten und Prozesse aus?

Woraus besteht ein Digital Strategy Framework?

Ein Digital Strategy Framework ist eine Sammlung an Methoden und Denkwerkzeugen. Diese sind in einer Architektur organisiert. Sie definiert, wann welche Methode angewendet wird. Und, welche Informationen zu welchem Zeitpunkt von Bedeutung sind. Der wiederkehrende Einsatz derselben Methoden erzeugt Lerneffekte. Mit jedem Durchlauf werden die Beteiligten sicherer in der Anwendung des Digital Strategy Frameworks. Am Ende sind die Beteiligten in der Lage selbstständig neue digitale Strategien zu denken, zu bewerten und umzusetzen. Die Ergebnisse eines Zyklus im Digital Strategy Frameworks führen letztendlich zu einer größeren Anzahl strategischer Optionen.

„Ein Digital Strategy Framework ist eine virtuelle Wertschöpfung, die nach festgelegtem Ablauf (Throughput), mit variablen Inputs ergebnisoffen neue Lösungsansätze für digitale Strategien generiert, visualisiert und bewertbar macht. Das Digital Strategy Framework generiert strategische Handlungsoptionen, die den gegenwärtigen und zukünftigen Kunden in den Fokus digitaler Unternehmensstrategien stellen.“

Als nächstes werden wir mal etwas tiefer in die Materie einsteigen. Als Erstes zeigen wir – aus unserer subjektiven Perspektive – welche Aufgaben ein Digital Strategy Framework zu erfüllen hat. Danach stellen wir noch einige Digital Strategy Frameworks bekannter Beratungen vor, bevor wir tiefer in unser eigenes Framework eintauchen werden.

Welche Aufgaben hat ein Digital Strategy Framework zu erfüllen?

In einer Welt die immer komplexer zu sein scheint, bringt die Reduktion auf die wesentlichen Fragestellungen den wertvollsten Return. Wir sind überzeugt, dass Digital Strategy Frameworks Unternehmer und Geschäftsführer helfen sollten die jetzigen und zukünftigen Kunden empathisch in den Fokus zu nehmen. Aus dieser Fokussierung entstehen mit einfach zu erlernenden Business-Design-Methoden neue Geschäftsideen und digitale oder teildigitale Geschäftsmodelle. Risiken werden durch Research-Arbeit reduziert. Das Digital Strategy Framework wird systematisch mit entsprechenden Informationen gefüllt. Das ist unsere Sicht der Dinge. Je größer die Beratung, desto komplexer wird – vermutlich – der strategische Lösungsprozess sein. In der heutigen Welt liegen die wirklich guten Chancen tief in den Bedürfnissen vorhandener und zukünftiger Kundengenerationen verborgen. Das „Öl“ der digitalen Ökonomie sind fundierte, datenbasierte Erkenntnisse. Diese erschließt man sich nicht mehr mit der einen großen Bohrung (aka allumfassende Digitalstrategie), sondern durch viele kleine Probebohrungen (kurze strategische Zyklen mit fokussierten Handlungen) und einem systematischen Ausschlussverfahren (Transparente Erfassung quantitativ validierter Erkenntnisse). Jede kleine Probebohrung bietet die Chance riesiger Marktchancen, bei vergleichsweise begrenztem Risiko. Eine digitale Strategie muss ein Unternehmen befähigen schnellstmöglich responsive reagieren zu können – Allein deshalb gehören Methoden und Arbeitsweisen der digitalen Ökonomie (= digitales Fundament) mit zu den wichtigsten strategischen und taktischen Werkzeugen. Ohne dieses Fundament bauen Unternehmen auf Sand – das kann nicht gut gehen.

Das Digital Strategy Design Framework (DSDF)© by manymize®

Digital Strategy Framework

Unser Ansatz fokussiert schlanke Abläufe und praxisnahe Aktivitäten, unterstützt durch tiefgehende Analysen digitaler Geschäftsmodelle. So entstehen wiederkehrend nutzbare Leitplanken für das Denken und Handeln – die in der Anwendung Spaß machen und motivieren. Die digitale Gesamtstrategie ist begrenzt auf einen überschaubaren Zeitraum von 2 Jahren. Taktische Maßnahmen im Rahmen des digitalen Plans – welche zu neuen Erkenntnissen führen – sind in kurze Zyklen eingeteilt. Erkenntnisse stehen so zeitnah zur Verfügung. Ein Zyklus sollte maximal zwischen 3 und 6 Monate dauern. Tendenziell eher kürzer. Sind die zu planenden Maßnahmen zeitlich umfangreicher, gilt es diese in kleinere, getrennt prüfbare Annahmen zu unterteilen. Es gilt grundsätzlich: Je schnelle man lernt, desto eher erreicht man sein Ziel. Innerhalb des Strategie-Prozesses arbeiten wir nach dem gleichen Schema. Mehrere kleinere Komponenten mit fest definierten Aufgaben erfolgen in fester Reihenfolge. Ihr Ziel ist es eine oder mehrere Handlungsoptionen zu identifizieren. Jede Komponente besteht dazu aus passgenauen Werkzeugen, Methoden und Research-Dokumenten.

Digital Strategy Framework - Aufgaben und Ziele

Wunschdenken wird systematisch eingegrenzt, realistische Ansätze fokussiert. Die folgenden Aufgaben sind nicht zwangsläufig Teil anderer Digital Strategy Frameworks – für unsere Beratung haben sich diese Aufgabenstellungen als richtig herausgestellt. Der wichtigste Aspekt unseres Aufgaben-Kataloges ist, dass er es jedem Menschen ermöglicht empathisch aus Kundensicht zu denken. Eine wichtige Fähigkeit in der digitalen Ökonomie.

Digital Strategy Framework im Alltag einsetzen

In der Regel bietet der Unternehmensalltag nicht die zeitlichen Freiräume, um alle Vorgänge am Markt und in Unternehmen im Detail zu durchdenken. Es besteht damit zwangsläufig die Notwendigkeit Informationen durch geeignete Methoden auf das Wesentliche zu reduzieren. Ziel ist das Erreichen einer Meta-Ebene im Denken und Handeln. Das Werkzeug dafür sind Business-Design-Methoden und Werkzeuge. Stehen strategische Entscheidungen auf der Meta-Ebene, gilt es diese wieder zu entfalten und in konkrete taktisch Handlungen umzusetzen. Erst ab diesem Punkt wird fachlich tief gedacht. Man kann auch sagen, dass zuerst das „Wo“ (Abstraktion der Komplexität durch Design-Methoden), dann das „Ob“ (Denken und Auswahl der Handlungsoptionen), und dann am Ende des Zyklus das „Wie“ (Operative Handlungen) ansteht. Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken der Handlungsoptionen begrenzen frühzeitig mögliche Entgleisungen in den späteren fachlichen Aktivitäten.

  • Kontinuierlicher Wechsel zum Unternehmen der digitalen Ökonomie: Moderne Unternehmen ticken anders. Sie sind effizienter, effektiver, motivierender und flexibler. Sie reagieren schneller auf Marktveränderungen. Sie bauen eigene Plattformen auf, oder nutzen fremde Plattformen als Hebel in ihrem Geschäftsmodell. Der Wechsel gelingt nur mit dem richtigen Know-How, Werkzeugen und Methoden. Entscheidend ist der kontinuierliche Aufbau digitalen Wissens. KMU sind im Vorteil, da ihre Strukturen deutlich flacher und damit auch flexibler sind.
  • Analyse IST-Zustand „Geschäftsidee und Geschäftsmodell“: Man kann nicht vorwärts denken, wenn nicht alle Beteiligten verstehen, wo man steht. Geschäftsideen und Geschäftsmodelle scheinen komplexe Gebilde zu sein. Mit den richtigen Business-Design-Methoden lassen sie sich aber auf das Wesentliche verdichten und verständlich visualisieren. Der erste Aufgabe führt deshalb zu einem einheitlichen Verständnis der IST-Geschäftsidee und des IST-Geschäftsmodells (bzw. aller vorhandener Geschäftsmodelle). Wer etwas tiefer in die Unterschiede zwischen Geschäftsidee und Geschäftsmodell eintauchen will, liest diesen Artikel. Aus dem gemeinsamen und einheitlichen Verständnis des Status-Quo kann systematisch in die Strategiefindung gestartet werden.
  • Analyse IST-Zustand „Kundenbedürfnisse“: Oft resultieren Veränderungen oder Stagnation in existierenden Unternehmungen in Veränderungen der Zielgruppe. Ändern sich Verhaltensweisen oder Einstellungen (Verhaltenspsychologie), bilden sich neue bisher nicht berücksichtigte Bedürfnisse aus. Der digitale Wandel der Gesellschaft und andere damit zusammenhängende Trends sind Ursprung aktueller Veränderungen. Ohne ein ausreichendes empathisches Verständnis (Eine wichtige Fähigkeit in der digitalen Ökonomie) für den IST-Kunden, wird es schwer fallen Ableitungen über den SOLL-Kunden zu bilden. Im zweiten Schritt werden deshalb die IST-Kunden erarbeitet. Sie bilden die Ausgangsbasis für die Ermittlung neuer oder veränderter Bedürfnisse und aktueller Risiken und zukünftiger Chancen.
  • Analyse Status-Quo „Verändernde Kräfte“: Unternehmen agieren immer in einem Spannungsfeld von Kräften. Diese wirken von außen und innen auf das Unternehmen. Welche technologischen Trends sind kurz vor dem Markteintritt, welche gesellschaftlichen Trends beeinflussen die Kunden, wie entwickelt sich die Branche ingesamt und wie sind die makro-ökonomischen Bedingungen? Das sind Fragen die mit ausreichend Research-Arbeit beantwortet werden. Gleichzeitig schaffen wir ein klares Bild des Status-Quo der Branche. In dieser Phase wird mithilfe der Informationen und Daten ein klares Bild des Unternehmensumgebung gezeichnet. Erst mögliche Ideen und Ansätze entstehen bereits jetzt.
  • Modellierung SOLL-Zustand „Zukünftige Kunden“: Wir haben die Trends und Themen kennengelernt, die aktuell Druck auf den Markt und unser Unternehmen ausüben. Wir haben außerdem wichtige Erkenntnisse über die nächste Generation unserer Kunden gewinnen können. Aus diesen Informationen gilt es nun den SOLL-Kunden zu definieren.
  • Modellierung SOLL-Zustand „Neuer Nutzen“: Wie könnte eine neue Geschäftsidee aussehen, die die Bedürfnisse und Wünsche der Kunden passgenau bedient? Welche Technologie können wir dafür einsetzen? Wie sehen unsere SOLL-Geschäftsideen aus?
  • Bewertung Chancen-Risiken „Neuer Nutzen“: Wir haben unsere SOLL-Geschäftsideen ermittelt. Es erfolgt die Bewertung der Geschäftsideen. Welche Nutzen stiften die Geschäftsideen? Welche Geschäftsidee wird den Kunden zu einer Verhaltensänderung bringen? Welche Geschäftsidee wird mit hoher Wahrscheinlichkeit akzeptiert? In dieser Phase ist es bereits möglich erste Ideen und Ansätze in Form von MVPs bei existierenden Kunden zu testen.
  • Modellierung SOLL-Zustand „Digitale Geschäftsmodelle“: Welche bereits bekannten digitalen oder teildigitalen Geschäftsmodelle können zur Finanzierung der Geschäftsidee herangezogen werden? Wie sind die finanziellen Aussichten? Was haben andere für Umsätze und Kosten? Welche Geschäftsmodelle können miteinander kombiniert werden? Können wir einen Daten-Layer einziehen, und den Umsatz über eine zweite Partei generieren? Wo können wir unsere eigenen Stärken nutzen? Wo müssen wir Schwächen ausgleichen? Mit welchen MVPs können wir das Modell testen?
  • Bewertung Chancen und Risiken „Digitale Geschäftsmodelle“: Wie hoch ist das Risiko in die Umsetzung der Geschäftsmodelle zu investieren? Wie hoch sind die Chancen, dass das Geschäftsmodell auf Akzeptanz trifft? Wie sieht das Business-Value aus? Wie hoch sind die Aufwände in Relation dazu? Wir war das erste Feedback von Kunden? Konnten wird das Modell am Markt testen? Wie hoch ist der Nutzen einzustufen? Welche Chancen und Risiken entstehen durch die jeweiligen Geschäftsmodelle?

Die hier – oberflächlich skizzierten – Aufgaben laufen in kurzen Zyklen ab. Sie orientieren sich an grundlegenden Design-Thinking-Prozessen und legen Entwicklungsschritten.

Digital Strategy Framework Entwicklung digitaler Geschäftschancen

Ziel jedes Zyklus sind nicht komplexe und große strategische Lösungsansätze. Vielmehr sind kleinen, am Markt testbare Projekte das zu erwartende Ergebnis. Diese sollten einen maximalen Zeithorizont von etwa 6 Monaten bis 12 Monaten besitzen. Je kleiner der strategische Ansatz, desto schneller und unmittelbarer sind die erzeugten Erkenntnisse und der Lerngewinn.

Wir haben unser Digital Strategy Framework vorgestellt und erläutert, wie es prinzipiell funktioniert. Am Markt existieren jedoch jede Menge anderer Digital Strategy Frameworks. Jedes dieser Frameworks hat seine Berechtigung. Am Ende muss man selbst entscheiden, was passt und was nicht. Wagen wir einen – sicherlich unvollständigen – Blick!

Frameworks bekannter Unternehmensberatungen

Es gibt eine Vielzahl an Beratungsansätzen. Das gilt damit auch für den Fundus der Digital Strategy Frameworks. Einige sind komplexer, andere einfacher. Böse Zungen mögen behaupten, dass die Komplexität mit der Markenbekanntheit und dem Tagessatz der Beratungen steigt. Wir denken, dass Strategie-Frameworks in einer komplexen Welt möglichst einfach sein müssen. Die Märkte verändern sich mit einer ungeheuren Dynamik. Dieser Dynamik kann man nicht mit komplexen Beratungsmodellen begegnen. In der Einfachheit liegt die Chance neue strategische Ansätze zu modellieren, in unmittelbare Handlungen zu überführen, und damit wertvolles Wissen über Kunden und Märkte aufzubauen. Letztendlich muss jeder Unternehmer selber entscheiden mit welchem Framework – mit welchem Denkansatz – er am besten fahren wird.

Cognizant

https://www.cognizant.com/de-de/
Die Unternehmensberatung Cognizant arbeitet mit vier Schwerpunkten in ihrem Digital Strategy Framework. Die vier Schwerpunkte sind: Customer Experience (Kundenerlebnisse digital verbessern), Produkt (digitale Produkte und Services entwicklen), Organisation (Digitalisierung der Organisation) und Prozesse (Digitalisierung der operativen Prozesse). Uns gefällt an diesem Framework die vielseitigen Blickwinkel. Besonders sticht der Fokus auf unternehmensinterne Strukturen und Vorgänge hervor. Veränderungen in der Führungskultur und dem Management finden wir leider nicht. Mehr über das Framework von Cognizant liest man hier (PDF).

Neuland.Digital

http://www.neuland.digital/
Neuland ist eine relativ kleine Unternehmensberatung, die sich in kurzer Zeit einen fundierten – und sehr guten – Ruf erarbeitet hat. Aus dem Startplatz in Köln kommend, ist sie nah dran am Puls der digitalen Ökonomie. Neuland arbeitet mit einem Digital Strategy Framework aus acht Handlungsschwerpunkten: Strategie, Leadership, Governance, Poeple, Culture, Product, Operations und Technology. Uns gefällt die sehr umfassende Berücksichtigung externer und internen Schwerpunktbereiche. Allerdings würden wir die Themen noch anders gruppieren. Strategie berührt im Querschnitt alle anderen Element. Für Technologie gilt aus unserer Sicht dasselbe. Sie beeinflusst alle der Handlungsschwerpunkte. Mehr dazu liest man hier (PDF).

McKinsey

http://www.mckinsey.com
Das Digital Strategy Framework von McKinsey besteht aus sechs Bausteinen. Diese Bausteine bilden einen – sehr plakativen – Schutzschirm gegen die Auswirkungen digitaler Disruption. Damit wird suggeriert, dass sich Unternehmen gegen die Veränderungen am Markt schützen können. Der Schutz wird durch Aktivitäten in sechs Bausteinen aufgebaut. Die sechs Bausteine sind in zwei Bereiche aufgeteilt. Was uns gut gefällt ist, dass das Nutzen- und Werte-Versprechen einen eigenen Bereich bekommt (New Value Proposition). Alle anderen Handlungsbereiche sind zu sehr am typischen Unternehmensdenken verhaftet. In diesem dreht sich das Denken ausschließlich um das Unternehmen als dynamisches Konstrukt, welches sich auf einen konstanten Markt ausrichtet. Mehr dazu liest man hier.

Boston Consulting Group

https://www.bcg.com
Das Digital Strategy Framework der Boston Consulting Group (BCG) gliedert sich in drei Ebenen, und sechs Schwerpunkte. Die Schwerpunkte sind: Ziel und Anspruch definieren, Produkte und Services verbessern, Unternehmensprozesse optimieren, Geschäftsmodelle im Hinblick auf datenbasierte Produkte und Services umbauen, digitaltechnologische Plattformen inkl. Datenerfassung und – auswertung aufbauen, sowie die Anpassung der Unternehmensorganisation an diese Herausforderungen. Gut gefällt uns der besondere Schwerpunkt auf Veränderungen in der Unternehmensorganisation, den internen Prozessen und dem Umbau der Geschäftsmodelle. Mehr liest man hier.

Wir haben mit der Auflistung anderer Digital Strategy Frameworks weitere Denk- und Handlungsmodelle kennengelernt. Jedes dieser Modelle unterscheidet sich von den jeweilig anderen. Welches am besten geeignet ist, können und wollen wir an dieser Stelle nicht entscheiden. Deshalb wird es jetzt Zeit diesen Beitrag noch einmal kurz zu rekapitulieren.

Abschließendes Fazit

Wie haben auf dieser Seite das Digital Strategy Framework definiert, und dessen Bestandteile betrachtet (Architektur, Komponenten, Schnittstellen). Wir haben festgestellt, dass ein Digital Strategy Framework wiederkehrende strategische Überlegungen effizient und effektiv leitet. Mit jedem Durchlauf entsteht Sicherheit und Kompetenz in den Werkzeugen. Wir haben unser Modell vorgestellt, welches auf Business-Design-Thinking basiert. Es fokussiert eine Visualisierung des IST-Zustands und ermöglicht Expeditionen in mögliche SOLL-Szenarien. Dafür trennt es das Nutzen-Versprechen (Geschäftsidee) von dem wirtschaftlichen Modell (Geschäftsmodell), und fokussiert im besonderen Veränderungen im Kundenverhalten. Es liefert Insights zu den Kräften die diese Veränderungen bedingen. Blaupausen bewährter digitaler Geschäftsmodelle ermöglichen den schnellen Start in die Modellierung möglicher Handlungsoptionen. Verhaltenspsychologische Werkzeuge helfen die Chancen auf Verhaltensänderungen durch neue Ansätze abzuschätzen. Das gesamte Framework wird in kurzen Zeitabschnitten zyklisch durchlaufen, die gewonnenen strategischen Handlungsoptionen in MVPs übersetzt und am Markt validiert. Damit trägt das von uns skizzierte Modell der neuen Wirtschaftsdynamik Rechnung, und ermöglicht in schnellen Zeitabschnitten Entscheidungen und Erkenntnisgewinnen. Abschließend haben wir weitere Digital Strategy Frameworks aufgeführt, die als Orientierung dienen können. Letztendlich handelt es sich bei allen Frameworks um Denkwerkzeuge, die analytisches und strukturiertes Vorgehen ermöglichen sollen. Wir glauben, dass im Kontext der Marktdynamik weniger komplexe Denkwerkzeuge geeigneter sind, um strategische Impulse zu generieren.

mm

Kai Hebenstreit ist Chefredakteur und Berater bei www.manymize.com – Nach einem Auslandseinsatz als Soldat studierte er Design an der renommierten Ruhrakademie-Schwerte. Später dann Verhaltensökonomie an der Euro FH in Hamburg. Obwohl bereits im Studium Publishing das Haupthema war, arbeitete er zunächst als Art Director, und später als eCommerce-Design-Teamleiter in mehreren renommierten Digitalagenturen. Als Freiberufler betreute er in den vergangenen Jahren Agenturen wie Ogilvy und BBDO, sowie Kunden wir die METRO AG, Dr. Oettker, Porsche, Volkswagen und weitere Unternehmen. Er setzt sich täglich mit den Anforderungen und Aufgaben der Digitalisierung und der digitalen Zukunft von Unternehmen auseinander. Er ist Hauptansprechpartner für unsere Beratungskunden.

Antwort hinterlassen

Benachrichtigen bei
avatar
wpDiscuz