Digitale Transformation (Dossier)

Digitale Transformation beschäftigt Unternehmer und Manager. Wie ist sie definiert? Wie kann man sie meistern? Welche Komponenten müssen beachtet werden? Unser Dossier zur digitalen Transformation liefert Ihnen Antworten und Links auf interne und externe Artikel, Quellen und Ressourcen.

0
715

Die „Digitale Transformation“ beschreibt den Wandel traditionell geprägter Märkte. Sie entsteht durch neue Bedürfnisse und gesteigerte Erwartungen bestehender oder neuer Kundengruppen. Digital agierende Unternehmen liefern systematisch dynamische Angebote mit hohem Kunden- und Markt-Fit. Digitalisierte Geschäftsmodelle ermöglichen die Fähigkeit, sich in kürzester Zeit an die Nutzerbedürfnisse anzupassen (Responsivität). Die Anpassungsfähigkeit erstreckt sich vom eigenen Unternehmen über die gesamte Branche und darüber hinaus. In diesem Dossier liefern wir Ihnen einen umfassenden Blick auf die digitale Transformation aus Sicht des Kunden und der Märkte.

Was ist digitale Transformation?

Gesellschaftliche und technologische Impulse erzeugen die Notwendigkeit des wirtschaftlichen Wandels und führen zu einer neuen Dynamik in Unternehmen und an Märkten. Der Wandel wird als „Digitale Transformation“ bezeichnet. Digital agierende Unternehmen erzeugen eine hohe Erwartungshaltung der Kunden an Exzellenz und die Erfüllung ihrer Bedürfnisse durch Produkte. Diese Erwartungshaltung müssen in Zukunft alle Marktteilnehmer gleichermaßen erfüllen.

Digital geprägte Wertschöpfungen unterliegen einem permanenten Wandel. Sie optimieren sich dynamisch auf die Bedürfnisse der Kunden. Dafür benötigen sie deutlich kürzere Zyklen. Wir sprechen von Wochen statt Jahren. Dadurch erreichen diese Unternehmen schneller einen höheren Fit aus Produkt, Kundenbedürfnisse und Markt.

Die Folge: Der digitalisierte Endkunde entwickelt eine hohe Erwartungshaltung an Exzellenz, Bedürfnisbefriedigung und Schnelligkeit. Die Erwartungshaltung gilt nicht nur für Unternehmen der digitalen Wertschöpfung. Sie wird auf alle Unternehmen und alle Märkte pauschal angewendet. Der moderne Kunde wirft traditionell agierende Unternehmen in einen Topf mit digitalen Vorreitern wie Google, Apple oder Facebook.

Die digitale Herausforderung lautet: Flexibilität

Die Mehrzahl der Unternehmen ist auf diese Dynamik und Erwartungshaltung nicht vorbereitet. Es fehlt ihnen die Anpassungsfähigkeit innerhalb des eigenen Geschäftsmodells und das Wissen, diese neuen Hürden zu überwinden. Chancen der digitalen Transformation sind für sie deshalb nicht nutzbar. In diese Schwachstelle dringen Marktneulinge ein. Sie ordnen Märkte neu und erzeugen – auf digitaler Basis – transparentere Marktzugänge für den Konsumenten. In der Folge dominieren sie für lange Zeit den Zugang zum Kunden (z.B. Uber, Booking.com, Trivago.de, MyTaxi). Maschinenparks, komplexe Prozesse und Infrastrukturen werden vermieden. Die Leistungen werden in der Regel von Partnern erbracht. Diese übernehmen das Risiko und die finanziellen Aufwände für die komplexe Infrastruktur. Diese Partner sind Unternehmen mit traditioneller Wertschöpfung.

Wie meistern digitale Unternehmen die digitale Transformation, und beschränkt sich deren Erfolg ausschließlich auf digitale Leistungen rund um den Marktzugang?

Forrester Research postuliert: „Ein Stückwerk aus voneinander isolierten und jeweils bei Bedarf bereitgestellten digitalen Kanälen oder Werkzeugen reicht dafür nicht mehr aus. Stattdessen müssen sich Unternehmen als Teil eines dynamischen, wertschöpfenden Ecosystems verstehen, das digitale Ressourcen innerhalb und außerhalb des Unternehmens so integriert und einsetzt, wie es der Markt von ihnen verlangt. Digitale Technologien helfen ihnen, eine wettbewerbsentscheidende User-Experience anzubieten, dabei aber so flexibel und effizient zu arbeiten, dass sie konkurrenzfähig bleiben.“

Digital agierende Unternehmen erhöhen die Flexibilität ihres Geschäftsmodells, reduzieren physische Komplexität durch Digitalisierung der Prozesse und Produkte und erzeugen ein Ökosystem aus zusammenhängenden Leistungen. Standardisierte digitale Technologie ermöglicht – mit vorhandenen Ressourcen – eine schnelle Anpassung des eigenen Geschäftsmodells an sich ändernde Marktanforderungen. Die Gültigkeit von Geschäftsmodellen über Jahre hinweg wird von der digitalen Transformation abgeschafft.

Verhaltenspsychologie hilft, Bedürfnisse zu verstehen

Die psychologisch-technologische Responsivität von Geschäftsmodellen (Anpassungsfähigkeit auf psychologisch wirksame Bedürfnisse der Kunden) beschränkt sich nicht nur auf digitale Leistungen und Produkte. Sogar klassische Produktgruppen und Geschäftsmodelle werden mithilfe verhaltenspsychologisch geplanter digitaler Technologie flexibel.

Ein prominentes Beispiel nennen wir an dieser Stelle: Das Unternehmen Tesla innoviert in eine traditionell geprägte Branche und erfindet die Mobilität neu. Während die klassischen Automobilhersteller digitale Technologie als Zusatzleistung sehen, definiert Tesla das Automobil als digitalen Hub in einem umfangreichen Ökosystem aus Leistungen und Angeboten. Große Teile des Fahrzeuges sind auf diese Aufgabe ausgelegt.

Neue Erkenntnisse in Nutzungsergonomie und Elektrotechnik werden direkt in den Computer eingespielt. Bedienung und Technik des Fahrzeuges entwickeln sich auch nach der Produktion weiter. Neue Angebote entstehen, Partner erhalten Zugang zu dem mobilen Kunden. Zusammen wird ein deutlicher Mehrwert und höherer Komfort erzeugt als bei traditionellen Automobilen. Häufige Wartungsintervalle gehören der Vergangenheit an. Selbst die oft kritisierte Reichweite ist ein lösbares Problem. Denn die im Betrieb befindlichen Fahrzeuge liefern wertvolle Daten.

Das Automobil dient als Sensor in einem digitalen Ökosystem. Dieses Ökosystem erzeugt optimale Erlebnisse und unterstützt den Nutzer perfekt im Alltag. Die persönlichen Daten der Kunden sind dabei das Mittel, um das Angebot immer weiter zu verfeinern und Mehrwert zu erzielen. Sowohl innerhalb bereits ausgelieferter Produkte, als auch durch die Integration des Wissens in die Entwicklung neuer Produkte.

Damit hat ein Tesla S mehr mit einem Smartphone gemein, als mit einem Automobil. Und ähnlich wie Apple mit dem iPhone hat Tesla einen „Game-Changer“ am Start. Nicht, weil das einzelne Fahrzeug mehr Nutzen bietet. Sondern, weil es Teil eines sich anpassenden Gesamtsystems ist, welches konstant die Bedürfnisse der Nutzer beantwortet.

Tesla kann über die Software schnell und unkompliziert weitere Leistungen an den Fahrzeugbesitzer verkaufen. So können etwa zwei Drittel aller Tesla S-Fahrer ab sofort das Autopilot-Programm bestellen und für ihr Fahrzeug aktivieren. Nicht kostenlos. Das Software-Update lässt sich Tesla fürstlich bezahlen. Damit wird aus dem statischen Produkt Automobil eine erweiterbare und sich anpassende Mobilitätsplattform mit einer Vielzahl an Umsatzquellen, aber auch einer hohen Anpassungsdynamik an die Bedürfnisse der Kunden.

Digitale Transformation bedeutet, neue Sichtweisen zu etablieren

Digitale Transformation ist die permanente Ausrichtung des eigenen Geschäftsmodells auf die Bedürfnisse der Menschen. Wirtschaftlich relevantes Verhalten wird durch digitale Technologie erzeugt. Dazu sollten Unternehmen in erster Linie ihre Perspektive wechseln und Märkte, Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen aus Sicht der Kunden betrachten. Verhaltenspsychologie kann Unternehmern dabei helfen.

Wie kann man „Digitale Transformation“ definieren?

Die inhaltlich-thematische Betrachtung der digitalen Transformation führt in der Regel zu unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln. Oft fokussiert sich die öffentliche Wahrnehmung auf Begriffe wie Industrie 4.0, Datengenerierung und Daten-Verwertung oder die Digitalisierung der Marketing- und Vertriebskanäle. Diese Betrachtungsweise führt in der Regel zu einer großen Unsicherheit über die Konsequenz der digitalen Transformation.

Für uns besteht das Wesen der digitalen Transformation in der Flexibilisierung ehemals traditioneller Geschäftsmodelle, um in Zukunft schneller und präziser wirtschaftlich relevante Bedürfnisse der digital erfahrenen Kunden beantworten zu können. Wir sind der festen Überzeugung, dass der digitale Wandel vom Nutzer ausgeht und dass dessen Wünsche und Bedürfnisse den Wandel auslösen. Ist ein Match zwischen Bedürfnissen und Angebot vorhanden, entsteht wirtschaftlich relevantes Verhalten.

Die digitale Transformation ist deshalb vor allem die flexible Anpassung von Geschäftsmodellen, um einen verhaltenspsychologisch wirksamen Match mit den immer anspruchsvolleren Bedürfnissen der Kunden zu erreichen. Die Menschen in Industriestaaten sind an die Nutzung digitaler Services gewöhnt. Diese durchdringen immer stärker den Alltag und formen Erwartungen und Einstellungen bezüglich aller anderen am Markt befindlichen Angebote. Psychologisch wirksame Assoziationen und Erwartungen werden von den digitalen Services und Leistungen auf alle anderen Produkte und Dienstleistungen projiziert.

Bisher traditionell agierende Unternehmen müssen für diese Erwartungshaltung Responsivität und Flexibilität in ihre Geschäftsmodelle integrieren. Es geht im Kern darum, Mitarbeiter im kundenzentrierten Denken und digitalen Handeln zu schulen, Abläufe zu dynamisieren und Lerneffekte als Ziel für Denken und Handeln zu integrieren sowie digitale Technologie als Werkzeug zur Umsetzung flexibler Geschäftsmodelle zu nutzen. Die Komponenten des wirtschaftlich gewünschten Verhaltens können mit unserem EmotionalCommerce-Framework verhaltenspsychologisch analysiert werden. Es liefert eine Änderung im Denken und Handeln und befähigt Mitarbeiter und Führungskräfte, systematisch aus Sicht des Kunden zu denken.

Die Definition „Digitale Transformation“ nach manymize

“Digitale Transformation ist die systematische Herbeiführung von Responsivität und Flexibilität in bestehenden oder neuen Geschäftsmodellen. Die Basis bilden digitale Strategien, Konzepte und Technologien. Digitale Transformation ist die Befähigung, sich an wechselnde menschliche und wirtschaftlich relevante Bedürfnisse innerhalb kurzer Zeiträume anzupassen. Die Anpassungsfähigkeit steigt durch die verhaltenspsychologische Betrachtung der Märkte und die Digitalisierung der eigenen Wertschöpfung in Form flexibel anpassbarer digitaler Plattformen. Das zentrale Werkzeug dazu ist digitale Technologie.“

Welche anderen Definitionen gibt es?

Welche Ziele verfolgt die digitale Transformation?

Steigende Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden formen den Bedarf nach neuen Produkten und Dienstleistungen. Die Befähigung der Kunden, digitale Technologie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse zu nutzen, beschleunigt die Zyklen, in denen sich Erwartungen und Bedürfnisse verändern. Der moderne Kunde zeigt eine Dynamik, auf die die meisten Unternehmen keine Antwort kennen. Digital agierende Unternehmen nutzen digitalisierte Geschäftsmodelle. Sie erzeugen eine hohe Responsivität auf dynamische Marktanforderungen. Die hohe Responsivität, also Anpassbarkeit an dynamische Marktanforderungen, wird durch den systematischen Einsatz digitaler Technologie vereinfacht und durch ein tiefes psychologisches Verständnis von Bedürfnissen, Einstellungen und Verhalten ermöglicht.

Digitale Technologie bedeutet nicht automatisch den Einsatz komplexer Maschinen. Deshalb sehen wir den Begriff „Industrie 4.0“ in diesem Zusammenhang auch eher kritisch, solange das Konzept keinen Mehrwert für den Menschen erzielt. Unternehmen, die sich auf den Weg in die digitale Transformation machen, sollten in ihrem Geschäftsmodell den Einsatz standardisierter digitaler Technologie anstreben.

Digitale Transformation auf Basis standardisierter Digital-Technologie

Digitale Standards (MySQL, PHP- und Javascript-Frameworks, MySQL-Datenbanken etc.) sollten fokussiert werden. Diese bilden die Grundlage digitalisierter und flexibilisierter Geschäftsmodelle. Standardisierte Digital-Technologie kann in der Regel bereits mit überschaubaren Investitionen aufgebaut werden und ermöglicht eine effiziente Digitale Transformation.

Die Höhe der Investition ist meistens niedriger als beim Aufbau traditioneller Geschäftsmodelle. Diese benötigen in der Regel Immobilien, Maschinenparks und auf Produktionsmittel spezialisierte Fachkräfte. Für die Herstellung, den Betrieb und die Pflege digitaler Produkte werden ebenfalls Fachkräfte benötigt. Diese können jedoch mit ihrem Fachwissen unterschiedlichste Produkte erstellen: vom Onlineshop über mobile Applikationen bis hin zu digitalen Plattformen. Unterschiedliche digitale Angebote können mit denselben Fachkräften umgesetzt werden. Digitale Technologie ermöglicht die Optimierung von Produkten oder Produktbestandteilen über die physischen Grenzen hinaus.

Dynamisierung, Digitalisierung und Vernetzung der Produkte zu einem digitalen Ökosystem

Diese höhere Flexibilität im gesamten Geschäftsmodell ist der entscheidende Unterschied zwischen traditionell agierendem Unternehmen und digitalem Vorreiter. Teile der Wertschöpfung und Komponenten physischer Produkte werden durch digitale Technologie dynamisiert und zu einem digitalen Ökosystem der Wertschöpfung verbunden. Nutzen (und damit Wert) kann jederzeit  und in kurzen Zyklen erzeugt werden. Verhaltenspsychologie hilft, veränderte Verhaltensweisen und Hürden in den Wertschöpfungen aus Sicht des Kunden aufzudecken.

Digitale Technologie dynamisiert reale Produkte

An dieser Stelle werfen wir erneut einen Blick auf Tesla. Tesla bezieht seine Produktkomponenten von externen Zulieferern. Diese beliefern auch die traditionellen Automobilhersteller. Digitale Transformation ist in diesem Fall keine Frage der Technik, sondern des Konzeptes.

Die etablierten Automobilhersteller konzentrieren sich auf die Durchführung ihres Geschäftsmodells. In diesem variieren sie Technologie. Tesla denkt Mobilität aus einem anderen Blickwinkel und lernt von seinen Kunden. Das Fahrzeug ist ein Mittel, um eine hohe Übereinstimmung mit den verhaltenspsychologischen Bedürfnissen der Zielgruppe zu erreichen.

Digitale Transformation ist keine Frage der Technologie, sondern der Strategie, Taktik und Konzepte. Digitale Unternehmen erzeugen einheitliche digitale Ökosysteme. In diesen werden Produkten und Dienstleistungen erzeugt, die den Kunden dauerhaft binden. Diese Systeme können im B2C- und B2B-Kontext aufgebaut werden.

Welche Werte begünstigen die digitale Transformation?

Die Veränderungen der Märkte wird durch verändertes wirtschaftlich relevantes Verhalten der Kunden erzeugt. Verhalten verändert sich in der Regel nur langsam und wird durch neue Erfahrungen und Einstellungen beschleunigt. Neue Erfahrungen und Einstellungen äußern sich im Aufkommen gesellschaftlicher Megatrends.

Diese beginnen schleichend und wirken sich nur auf kleine Gruppen aus, erzeugen dann jedoch relativ schnell eine Änderung des allgemeinen Verhaltens. Dieser Prozess wird durch die soziale Vernetzung begünstigt und beschleunigt. Die digitale Transformation ist also die Notwendigkeit der Wirtschaft, sich effizienter und effektiver auf sich ändernde Bedürfnisse einzustellen. Dazu ist das Wissen um Megatrends unerlässlich. Einige dieser Megatrends wollen wir kurz ansehen. Mehr Informationen finden Sie unter https://www.zukunftsinstitut.de/

Ausgewählte Trends, die auf die digitale Transformation einzahlen:

  • Digitale Transformation und Urbanisierung: Menschen zieht es immer mehr in Großstädte. Das Leben in den Städten wird konzentrierter, direkter und schneller. Das menschliche Verhalten folgt diesen Anforderungen und verändert deren Einstellung zu Produkten und Dienstleistungen. Digitale Transformation – in Kombination mit mobilen Geräten – ermöglicht neue Wertschöpfungen im „System Stadt“ und nutzt die digitale Hyperverfügbarkeit des Menschen in seinem Habitat.
  • Digitale Transformation und neue Ökologie: Ein gestiegener Ausbildungsstand und eine höhere Sensibilität für die eigene Gesundheit führen zu neuen Einstellungen bezüglich der Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Dazu gehören auch die Abkehr vom klassischen Konsum und die Suche nach nachhaltigen Lösungen. Unternehmen mit digitalisierten Produkten ermöglichen eine längere Nutzungsdauer der Produkte bei gleichzeitig flexibler Erweiterungen der Leistungen auf digitaler Basis. Rohstoffe und andere Ressourcen werden auf diese Weise geschont. Entsprechende Lösungen zahlen dadurch auf die geänderten Verhaltensweisen und Einstellungen ein und ermöglichen so die digitale Transformation.
  • Digitale Transformation und Individualisierung: Individualisierung wird durch die digitale Transformation immer weiter vorangetrieben. Seit dem Aufkommen der ersten Smartphones werden die Menschen konsequent an die Individualisierbarkeit von Produkten und Dienstleistungen gewöhnt. Sie erwarten diese Flexibilität zunehmend auch von traditionellen Angeboten. Produkte, die Software und digitale Technologie integrieren, können einen bestimmten Grad an Individualisierbarkeit garantieren. Beste Beispiele dafür sind u.a. das iPhone, die Moto360 oder der Erfolg der Tablets. Die Teil-Digitalisierung und Integration von Produkten in ein digitales Gesamtsystem ermöglichen bestmögliche Individualisierung und Personalisierung. Die Individualisierung kann dabei im Produktionsprozess oder permanent in das Produkt integriert werden.
  • Digitale Transformation und New Work: Arbeits- und Privatzeit verschwimmt zusehends. Im Privaten nutzen die Menschen bereits digitale Technologie, um den Alltag zu optimieren. Die Einfachheit, mit der sie diese Technologie nutzen, erwarten sie zunehmend auch auf der Arbeit. Damit wird die Digitalisierung ebenfalls zum Treiber einer neuen, modernen Arbeitswelt. Auch dieser Umstand erzeugt Druck auf Unternehmen.
  • Digitale Transformation und Vernetzung: Menschen können sich immer einfacher vernetzen. Gleiches gilt für Produkte jeder Art. Die Vernetzung erzeugt einen freien Fluss an Informationen und Daten. Für Unternehmen gilt, dass sie in Zukunft aus dem Verhalten ihrer Kunden lernen müssen und dadurch schneller Zyklen in der Entwicklung digitaler Leistungen erreichen. Beides ist nur durch den Einsatz digitaler Technologie möglich.

Wie ist das Framework digitale Transformation aufgebaut?

Wir haben den Begriff der digitalen Transformation aus Sicht des potentiellen Kunden und dessen Anforderungen und Erwartungen an die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens definiert. Daraus ergeben sich Bausteine, mit denen digitale Transformation strategisch, taktisch und operativ umgesetzt wird:

  1. Bedürfnisse und Wünsche von Kunden müssen durchdrungen und beantwortet werden. Dazu wird das EmotionalCommerce-Framework genutzt, welches psychologisch fundierte strategische Herleitungen und Denkansätze ermöglicht.
  2. Digitale Transformation muss systematisch entlang vorhandener Kunden- und Marktinformationen angegangen werden, um Risiken zu minimieren und Chancen zu maximieren.
  3. Strategie, Taktik und Konzepte müssen im Einklang mit den Prinzipien der Digitalisierung einhergehen.

Erster Baustein der digitalen Transformation: EmotionalCommerce

Herzstück unserer Beratung bei manymize ist unser verhaltenspsychologisches Framework. Verhalten entsteht immer aus der Kombination von Motivation, Fähigkeiten und den passenden Auslösern. Motivation entsteht aus der Ansprache der richtigen Ziele, Werte und einer ansprechenden Ästhetik. Fähigkeiten beschreiben die finanziellen, zeitlichen, mentalen, physischen, wertrelevanten und auf Routinen bezogenen Kapazitäten des Menschen. Menschen können chronisch oder zeitlich begrenzt eingeschränkt sein. Eine zeitlich beschränkte Hürde entsteht in der Regel situativ. Hürden sind ein entscheidender Grund dafür, dass in bestimmten Situationen kein wirtschaftlich relevantes Verhalten gezeigt wird. Wenn Sie sich mit digitaler Transformation beschäftigen, dann sollten Sie Ihr Augenmerk auf Fähigkeiten legen. Suchen Sie in einem bestehenden Markt (= vorhandene Motivation) nach Hürden in der Wertschöpfung. Benutzen Sie dann bekannte und bewährte digitale Geschäftsmodelle, um diese Hürden systematisch aufzuheben.

Generell rücken durch die digitale Transformation der Kunde und das Unternehmen näher zusammen. Im Übergang vom Kontakt zum Kunden ist Verhalten systemrelevant. Ohne Verhalten keine wirtschaftlich bedeutsame Zielerreichung. Mit unserem verhaltenspsychologischen Framework lassen sich bekannte Märkte und Wertschöpfungen systematisch untersuchen.

Die zweite psychologische Dimension liegt in den kognitiven Prozessen unseres Denkens verankert. Das menschliche Denken arbeitet assoziativ. Es versucht, neue Impulse mit bekannten und bewährten Mustern zu verbinden. Durch Assoziationen werden unsere mentalen Kapazitäten geschont. Deshalb sollten Unternehmen bei neuen Produkten immer Assoziationen nutzen, um Ablehnung zu vermeiden, und ihre Produkte kontrastierend zu bekannten Angeboten platzieren. Mehr über unser EmotionalCommerce-Framework erfahren Sie in unserem eLearning zu diesem wichtigen Thema.

Zweiter Baustein der digitalen Transformation: Das digitale Ökosystem eBusiness

In unserem digitalen Gesamtsystem ordnet sich das Thema “Digitale Transformation” ganz am Anfang ein. Jedes Unternehmen, das bisher noch nicht mit digitaler Technologie arbeitet, muss zuerst eine entsprechende Strategie entwickeln. Diese Strategie-Entwicklung muss systematisch in fest definierten Schritten erfolgen. Wir nennen dieses Vorgehen “Roter Faden der Digitalisierung”. Diese Vorgehensweise startet mit der vorhandenen Wertschöpfung, analysiert deren Schritte auf mögliche Hürden, involviert Kunden in die Strategieentwicklung und nutzt digitale Geschäftsmodelle, um mögliche Szenarien durchzuspielen. Der Clou in diesem ersten Schritt: Sie kennen Ihre Kunden und den Markt. Damit wird das Risiko extrem begrenzt. Alle weiteren Schritte arbeiten mit einem höheren Maß an Risiko, ermöglichen aber auch deutlich mehr Chancen. Wenn Sie mehr über unser Konzept “Roter Faden der Digitalisierung” erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen, in Zukunft in unserem eLearning-Bereich zu schauen.

Dritter Baustein der digitalen Transformation: Einhaltung der Prinzipien

  • Niedrige Einstiegshürden: Eine extrem niedrige Einstiegshürde in Märkte jeder Art. Die digitale Wertschöpfung kann bereits mit wenigen Mitteln erfolgen. Physisch komplexe Produkte und Dienstleistungen werden frühzeitig am Mark über einfachste Prototypen und Stand-Up-Webseiten validiert. Venture-Finanzierung streckt den Atem junger Unternehmen und ermöglicht eine lange Lernphase, in der sich das Unternehmen mit seinen Dienstleistungen und Produkten optimal auf den Kunden einstellt.
  • Virtualisierung von Leistungen: Die Virtualisierung von Dienstleistungen und Produkten durch den Einsatz von softwarebasierten, vernetzten Plattformen mit dem Ziel, einen höheren Fit mit den Bedürfnissen und Wünschen der Kunden zu schaffen. Flexibilisierung des Unternehmens in Bezug auf sein Geschäftsmodell und dessen Anpassbarkeit an sich stetig ändernde Bedürfnisse auf Seiten des Kunden. Abkehr vom Expertentum hin zu marktnaher Produktentwicklung auf Basis von Hypothesen und frühzeitigen Markt-Akzeptanztests.
  • Dynamische Produktentwicklung: Einen dynamischen Prozess in der Entwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte. Der Kunde ist nicht der Endpunkt der Wertschöpfung, sondern der Anfang. Leistungen werden in schnellen, messbaren Zyklen auf Basis echten Nutzer- und Kundenverhaltens am Markt entwickelt und umgesetzt (z.B. Tesla S Produkteinführung, Entwicklung der Moto360). Entwicklungen im stillen Kämmerlein werden nur bei wissenschaftlich komplexen Produkten nötig sein, wie zum Beispiel in der Pharma-Industrie.
  • Digitale Produktivitätssteigerung: Die Steigerung der eigenen Produktivität durch den Einsatz digital vernetzter, mobiler Technologien. Dazu gehört auch die Bereitstellung einer funktionierenden digitalen Infrastruktur, die Schulung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter in digitalen Themen und die Entlastung von Mitarbeitern durch digital automatisierbare Prozesse. Führungskräfte müssen neue Werte und Ziele bei Mitarbeitern erkennen und ihnen mit digitaler Technologie motivierend zur Seite stehen.
  • Auf Daten basierte Führung: Strategische Entscheidungen basieren auf digital erhobenen und ausgewerteten Daten. Diese Daten ermöglichen einen Blick auf das Verhalten der Kunden und damit der Märkte. Je besser Daten gewonnen und ausgewertet werden können, umso präziser und schneller lassen sich Entscheidungen treffen. Strategische Entscheidungen werden in Zukunft deutlich schneller umgesetzt und am Markt getestet werden müssen. Aus Jahren werden Wochen, aus Monaten werden Tage. Digital agierende Unternehmen denken schnell, effizient und dynamisch. Und Sie handeln noch schneller, als sie denken.

Kai Hebenstreit

Kai Hebenstreit ist Gründer, Geschäftsführer und Dozent bei manymize®. Er ist Experte für digitale Unternehmensstrategien, digitale Geschäftsmodelle und Produktstrategien. Seine Digitalerfahrung hat er als Designer und eCommerce-Berater unter anderem bei GetIt (KPS Digital), LBi, Ogilvy und BBDO gesammelt. Zu seinen Kunden auf Unternehmensseite zählen unter anderem die METRO AG, Dr. Oetker, Unitymedia, Porsche und Volkswagen. Seit 2012 beschäftigt er sich intensiv mit der Digitalen Transformation von Unternehmen.

Alle Beiträge zeigen

Unsere Partner und Anbieter

UX Experts

Wir helfen innovative digitale Produkte neu zu denken und nutzerzentriert weiter zu entwickeln – UX Experts hilft dir innovative neue Ansätze für digitale Produkte (Webseiten, Apps, Shops) und deine digitale Unternehmensstrategie innerhalb von Wochen statt Monaten mit psychologischen Design Sprints zu finden und mit echten Nutzern zu validieren.