Outfittery: Curated-Shopping-Geschäftsmodell analysiert (Analyse)

Das Expertenteam von manymize magazin® hat das Curated-Shopping-Geschäftsmodell von Outfittery im Detail analysiert. Entdecken Sie die Funktionsweise des Geschäftsmodell und den Mehrwert der Geschäftsidee.

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Kai Hebenstreit

Kai Hebenstreit ist Chefredakteur und Gründer des digitalen Magazins manymize magazin®. Kai ist Experte für digitale Geschäftsmodelle und Start-ups, digitale Produktstrategien und UX-Design und -Management. Er ist Diplom-Designer mit einem zusätzlichen Abschluss in Verhaltenspsychologie. Auf Agenturseite zählen zu seinen Kunden GetIt (heute KPS Digital), OgilvyOne und BBDO - auf Unternehmensseite unter anderem die METRO AG, Dr. Oetker, Unitymedia, Porsche und Volkswagen.

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Über das Unternehmen Outfittery

Outfittery wurde 2012 durch Anna Alex, Tobias Nendel und Julia Bösch gegründet. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer im Bereich „Curated-Shopping“. Zu den aktuell (2018) bedienten Märkten gehören Deutschland, Österreich, Schweiz, Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark und Luxemburg. In diesen Märkten werden insgesamt 400.000 Kunden (2016) beliefert. Curated-Shopping ist ein digitales Geschäftsmodell. In diesem Geschäftsmodell liegt der Schwerpunkt auf die kontinuierliche Beratung und Bindung der Kunden. Auf einen – im eCommerce beinahe obligatorischen – Onlineshop gibt es nicht. Stattdessen wird ein CRM genutzt.

Curated-Shopping-Outfittery

In diesem werden die Daten an den Kundenprofilen gespeichert. Die Kunden werden über eine digitale Frage-Antwort-Strecke auf der Webseite segmentiert, und in ein Nutzerkonto überführt. Danach nehmen persönliche Kundenberater Kontakt mit dem Kunden auf. Erst nach einem Beratungsgespräch versendet das Unternehmen ein Paket mit ausgewählten Produkten. Der Kunde behält nur, was ihm gefällt. Die Produkte sind auf die bekannten – und im CRM gespeicherten – Wünsche und Vorlieben abgespeichert. Mit jeder Rücksendung, mit jedem neuen Gespräch, und jeder neuen Bestellung justiert sich das Unternehmen auf den Kunden. Die Dienstleistung Modeberatung wird präziser, die versandten Produkte werden passgenauer, die Rücksendungen sinken, die Margen steigen. Persönliche Nachrichten der Berater, und kleine Geschenke – wie beispielsweise das Anprobier-Bier – erzeugen Nähe und Bindung. Da die Daten im CRM gespeichert sind, wäre ein Wechsel der Berater unproblematisch. Outfittery setzt aber auf Kontinuität mit festangestellten Modeberaterinnen. Frauen, so die Gründerinnen, sind eher in der Lage die eigenen Einstellungen zurückzufahren und sich empathisch auf die Bedürfnisse des Kunden einzustellen. Die Zielgruppe ist durchgängig männlich, und zwischen 30 und 50 Jahre alt, besser verdienend und nicht preissensibel. Outfittery spart dieser Zielgruppe Zeit im Einkauf, und bildet den persönlichen Einkaufsassistenten digital ab. Die Kunden von Outfittery können sicher sein jederzeit gut und stilsicher gekleidet zu sein. Das Wertversprechen von Outfittery fokussiert soziale Sicherheit, Zeitersparnis, Bequemlichkeit und Beratung. Das macht sind in der Preisstruktur bemerkbar. Die Produkte werden ausschließlich zum UVP verkauft. Rabattaktionen gibt es bei Outfittery grundsätzlich nicht – ausgenommen sind Aktionen zur Gewinnung von Neukunden. Dadurch ist Outfittery in der Lage die in der Fashion-Branche übliche Marge von 50 Prozent abzugreifen. Ein Kunde kauft im Schnitt Waren im Wert von 750 EUR bei Outfittery – drei Mal so hoch, wie im eCommerce üblich.

Wie alle anderen eCommerce-Unternehmen hat Outfittery mit steigenden Kosten in der Kundengewinnung zu kämpfen. Jeder Euro Umsatz im Fashion-eCommerce wird mit 2 Euro und mehr an Marketingkosten eingekauft. Umsatz erfolgt nur auf lange Sicht – Weshalb eine enge Bindung des Kunden dringlich ist. Allerdings werden diese Ausgaben durch die langfristige Kundenbindung und die hohen Pro-Kopf-Umsätze wett gemacht. Die normalerweise in einem Onlineshop anfallenden Kosten für die Reaktivierung von Kunden entfallen. Dafür entsteht mit dem Kundenservice ein nicht zu unterschätzender Kostenblock. Von den knapp 300 Mitarbeitern (2016) arbeiten 150 als Modeberaterinnen. Seit neuestem experimentiert Outfittery mit Künstlicher Intelligenz in der Beratung. Algorithmen helfen dem Kundenservice in der Beratung. Sie erinnern zurückliegende Einkäufe und berechnen die Kaufwahrscheinlichkeit neuer Produkte auf Basis der bereits gekauften Produkte. Ähnliche Produkte werden sichtbar gemacht, und können so dem Kunden empfohlen werden. Erkenntnisse über die Vorlieben der Kunden fließen mitunter in die Entwicklung von Eigenmarken – wie www.paul-hunter.de – ein. Diese tragen wiederum zur Steigerung der Marge bei. Momentan ist Outfittery noch nicht profitabel, was an der aggressiven Wachstumsstrategie liegt. Im Geschäftsjahr 2015 konnte der Nettoumsatz nach Retouren und Rabatten (für Neukunden) auf 36 Millionen Euro gesteigert werden – Eine Steigerung von 93% im Vergleich zum Vorjahr. Für 2016 und 2017 ist eine Umsatzsteigerung von mindestens 30% geplant. Die aggressive Wachstumsstrategie zeigt sich auch in der Zahl der registrierten Kunden. Im Jahr 2014 lag die Zahl noch bei 100.000 Kunden. Zwei Jahre später waren bereits 400.000 Kunden registriert. Neben dem direkten Umsatz durch den Handel mit Produkten entsteht durch die persönlichen Kundenprofile eine Datenbank von unschätzbarem Wert – hier liegt der wahre Wert des Unternehmens verborgen. Dies mag ein Grund dafür sein, dass Outfittery mehrmals erfolgreich Finanzierungsrunden verabschieden konnte. Allein in 2014 sammelte Outfittery 13 Millionen EUR an Wagniskapital ein (Highland Capital Partners, Holtzbrinck Ventures), in 2016 wurden weitere 19,6 Millionen investiert (Investor Octopus Ventures, U-Start-Club, Northzone, Mangrove Capital, Highland Capital Partners und Holtzbrinck Ventures). Das Unternehmen wird aktuell mit einem Wert von 100 Millionen bewertet. Im Kontext mit immer stärker werdenden Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz, sind die Kundendaten eine wahre Goldader – Diese lässt sich mit KI schürfen. Insgesamt sehen wir in Outfittery ein interessantes eCommerce-Konzept, das sich durchaus als Alternative für das eine oder andere Unternehmen anbietet. Die Vorteile liegen auf der Hand. Anders als in einem Onlineshop findet der Wettbewerb nicht über den Preis, sondern über die kontinuierliche und immer feiner werdende Beratung des Kunden statt. Kundenbindung ist mittlerweile für Onlineshops zur unlösbaren Aufgabe geworden. Ist der Preis das einzige Argument, sucht der Konsument auch nach günstigeren Anbietern.

Outfittery setzt auf den zunehmenden Trend des „Convenience-Shopping“ – Die begrenzte Ressource des Kunden ist zunehmend Zeit und physischer Aufwand. Eine persönliche Beratung reduziert in diesen beiden Schwerpunkten den Aufwand, und realisiert dadurch höhere Margen. Anders als in Onlineshops muss ein einmalig gewonnener Kunde nicht aufwändig reaktiviert, oder für einen anderen Einlauf neu gewonnen werden. Die ähnlich hohen Marketingkosten für die Kundengewinnung werden durch wiederkehrende (2-3 Mal pro Jahr) Käufe mit hohem Warenkorb (200 bis 250 EUR) mehr als gedeckt. Das nimmt ebenfalls den Druck von der Marge. Der Einkauf profitiert von den vorhandenen Kundendaten und kann zielgerichtet Produkte (Design, Menge, Größen) einkaufen. Das führt einerseits zu kurzen Lagerzeiten, wenig Ladenhütern, und ermöglicht insgesamt ein kleineres Sortiment und Lager. Außerdem profitieren die Hersteller vom intensiven Austausch und den Erkenntnissen über die Kundenbedürfnisse. Outfittery setzt auf europäische Marken wie Hugo Boss, Ben Sherman, Tiger of Sweden. Das Sortiment umfasst insgesamt 100 Marken. Im Gegenzug muss die Marge die 150 Modeberaterinnen (2016) stemmen können. Die IT-Infrastruktur ist vergleichsweise einfach – CRM, Warenwirtschaftssystem etc. , aber kein kompliziertes und aufwändig zu pflegendes Shop-System. Wir finden, dass der Fokus auf die Kundenberatung, der Aufbau detaillierter Kundenprofile, die langfristige Kundenbindung, und die preisunsensible Zielgruppe Outfittery zu einem spannenden eCommerce-Modell machen. Mit dieser Analyse gehen wir in die Tiefe des Curated-Shopping-Models – Und hoffen, dass der eine oder andere Unternehmer in seiner Digitalstrategie in diese Richtung denken mag. Vor allem für den B2B-Bereich (Stichwort Großhandel) hält dieses System einige Vorteile bereit.

Chronologische Entwicklung des Unternehmens

Outfittery wurde im Januar 2012 von Anna Alex, Julia Bösch und Tobias Nendel gegründet und ist seit April 2012 online. Die beiden Gründerinnen haben sich nach dem Studium bei dem Online-Modeunternehmen Zalando kennengelernt und starteten ihr eigenes Unternehmen, nachdem ein Freund sich in New York einen Personal Shopper genommen hatte und damit sehr zufrieden war. Das Unternehmen firmierte zunächst unter dem Namen Paul Secret GmbH. 2013 wurde Outfittery ebenso in Österreich und in der Schweiz lanciert. 2014 folgten die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Schweden und Dänemark. Das Unternehmen, das mittlerweile 200 Mitarbeiter beschäftigt, wird von Berlin aus gesteuert und die internationalen Teams haben dort ebenso ihren Sitz. Outfittery hat eigenen Angaben zufolge über 200 000 Kunden (Stand März 2015) und die Zielgruppe besteht vorwiegend aus Männern im Alter von 30 bis 50 Jahren. 2016 erfolgte eine letzte Finanzierungsrunde. Mit ihr soll vor allem die weitere Expansion finanziert werden.

Verhaltensökonomische Bewertung (Geschäftsidee)

Geschäftsideen erzeugen einen deutlichen Mehrwert und Nutzen für den Kunden. Der Mehrwert löst – im Idealfall – ein neues Kaufverhalten aus. Dieses neue Kaufverhalten unterscheidet sich von dem bisher gängigen. Unternehmen müssen mit ihrer Geschäftsidee das Marktverhalten verändern – Geschäftsideen sind deshalb vor allem aus verhaltensökonomischer und verhaltenspsychologischer Sicht zu betrachten. Mit unserem Ansatz untersuchen wir systematisch, ob und wie eine Geschäftsidee auf die verhaltenswirksamen Bausteine einwirkt. Unsere Methodik basiert auf Erkenntnissen bekannter Verhaltenspsychologen sowie auf Emotionsmodellen der Kognitionspsychologie, die in der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz eingesetzt werden. Die Geschäftsidee bewerten wir relativ zu marktüblichen Alternativen. So können wir feststellen, ob die neue Geschäftsidee in der Lage ist das marktübliche Verhalten entscheidend zu verändern.
Werfen wir zuerst einen Blick auf die Definition der Gründer, bevor wir in die Analyse starten.

„Wir verbinden das neue Outfit mit einem sehr angenehmen Kauferlebnis. Jeder Outfittery Kunde wird persönlich beraten und erhält eine eigene Stylistin, zu der er immer wieder zurückkommen kann. In dem Maße ist das für den Kunden sehr viel persönlicher als ein Online-Shop. Und durch diesen persönlichen Service schaffen wir eine absolute Relevanz für den Kunden. Das, was wir ihm vorschlagen, passt persönlich zu ihm, passt zu seinem bisherigen Stil, passt zu seinem bisherigen Kleiderschrank. Er muss sich bei uns nicht durch Kataloge aus dreihundert schwarzen Pullovern klicken, um sich daraus am Ende den richtigen auszuwählen, sondern überlässt das tatsächlich alles seiner Stylistin und spart dadurch Zeit und Nerven.“ – Anna Alex, Outfittery

„Außerdem wollen Kunden heutzutage einfach nicht mehr an heißen Tagen in stickige Kaufhäuser gehen müssen, sondern die Sachen lieber ganz in Ruhe nach Feierabend zuhause anprobieren.“ – Julia Bösch

Als nächstes definieren wir die beiden marktüblichen Alternativen. An diesen bewerten wir die Outfittery-Geschäftsidee. Mithilfe dieser Methodik kann die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsidee eingeschätzt werden.

Bestimmung der marktüblichen Alternativen

Geschäftsideen lassen sich nur im Kontext mit marktüblichen Alternativen bewerten. Neue Geschäftsideen müssen das Kundenverhalten so verändern, dass sie Kunden von marktüblichen zu den neuen Angeboten umlenken. Als Bewertungsgrundlage wählen wir immer zwei Marktalternativen aus (mehr würde den Rahmen deutlich sprengen).

Marktübliche Alternative 1 – Fashion-Onlineshop: Händler mit einem breiten Sortiment an hochwertiger Mode. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über einen Onlineshop. Die Prozesse des Shops entsprechen dem gängigen Standard. Die Lieferung der Produkte erfolgt innerhalb von 3-4 Werktagen. Das Sortiment beinhaltet dieselben Marken wie sie bei Outfittery erhältlich sind.

Marktübliche Alternative 2 – Einzelhandel: Typisches Ladengeschäft in überdurchschnittlicher Größe und guter Lage innerhalb einer Großstadt. Der Vertrieb der Mode erfolgt ausschließlich über das Geschäft. Im Geschäfts stehen Verkäufer(innen) zur Beratung und zum Verkauf bereit.

So funktioniert die Bewertung: Insgesamt werden acht Bausteine analysiert und bewertet. Drei Bausteine wirken auf die Motivation der Kunden ein. Fünf Bausteine wirken auf die Fähigkeit zur Verhaltensänderung ein. Jeder Baustein wird auf einer Skala von eins (geringe Veränderung) bis fünf (maximale Veränderung) bewertet. Wir vergleichen jede Geschäftsidee immer mit zwei markttypischen Alternativen, um das Potenzial beurteilen zu können. Aus allen acht Einzelbewertungen ergibt sich eine Durchschnittsgesamtbewertung. Dieser Wert ist stellvertretend für die Wettbewerbsfähigkeit und das Marktpotenzial der Geschäftsidee.

Motivation 1 – Alltagsziele des Nutzers

Orientierungsfrage: Wie einfach wird dem Kunden die Erreichung eines gewünschten Ziels oder die Vermeidung eines nicht gewünschten Zustands gemacht? Wie wichtig ist die Lösung des Problems für den Kunden? Handelt es sich beispielsweise um ein Lebensziel oder ein untergeordnetes Alltagsziel?

  • Outfittery bietet eine individuelle Beratung durch persönliche Modeberater.
  • Alle Kundeninformationen werden in einem CRM zentralisiert.
  • Die Kundendaten werden mit jeder Interaktion präzisiert.
  • Präzise Informationen aus dem CRM erzeugen starke Kundenbindung.
  • Wahrscheinlichkeit des Versands passender Produkte steigt.
  • Zeitbedarf des Kunden sinkt. Die Wahrscheinlichkeit für sozial sichere Stile steigt.
  • Onlineshop bietet Sortimentsbreite, aber keine individuelle Beratung.
  • Einkauf im Onlineshop ist zeitintensiv, und der Kunde muss selbst modebewusst sein.
  • Richtet sich perspektivisch stärker an jüngere Zielgruppe, deren Konsumfokus auf Erlebnisse liegt. Diese Zielgruppe erwartet passende Produkte mit geringem zeitlichen Investment (50% der Konsument im Jahr 2023).
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte
Onlineshop: 3 Punkte
Stationärer Händler: 1 Punkt

Kleidung ist ein wichtiges Akzeptanzkriterium sozialer Gruppen – und, soziale Gruppen umgeben uns in Arbeit und Freizeit. Jede Gruppe hat ihre eigenen Bewertungsmaßstäbe hinsichtlich Marken und Stile. Je höher der Verdienst, desto wichtiger wird die Kleidung als Erfolgsmaßstab. Eine begrenzte Ressource der Zielgruppe ist Zeit – niemand möchte sein Wochenende in einem innerstädtischen Kaufhaus verbringen. Outfittery löst mit seinem Angebot sowohl das soziale Ziel als auch das Ziel der Zeitersparnis.

Outfittery sichert seine Kunden sozial durch umfangreiche Stilberatung ab. Die Zusendung der Pakete spart wertvolle Zeit ein. Durch den Einsatz eines CRM-Systems im Hintergrund führt jede weitere Interaktion mit dem Kunden zu einem noch detaillierten Bild der Mode-Vorlieben. Übergreifend über alle Kunden entstehen Stil-Muster in Altersgruppen, Einkommensgruppen und Markenwelten. So ist eine individuelle Beratung – durchgeführt von 150 Modestil-Beratern – möglich. Wir geben Outfittery die maximale Punktezahl.

Onlineshops sind auf Angebotsbreite und Verfügbarkeit spezialisiert. Eine tiefgehende Kundenberatung ist in der Regel kein Baustein des Wertversprechens. Der Kunde muss das Gespür für sozial akzeptierte Modestile selber entwickeln – und er muss die passenden Produkte aus einem großen Sortiment – es fehlt die Filterung des Sortiments mithilfe persönlicher Kundendaten – heraussuchen. Dem Onlineshop fehlen die individuellen Kundenprofile mit detaillierten Informationen (Vorlieben, Stile, Größen, Passgenauigkeit, Lieblingsmarken) – und damit die Option systematisch Kundenbindung zu erzeugen. Obgleich bietet der Onlineshop einen zeitlich verkürzten Zugang zu Produkten an. Wir bewerten den Onlineshop neutral.

Der Einzelhandel bietet dem Kunden – aufgrund der begrenzten Verkaufsfläche – eine eingeschränkte Produktpalette an – ein entscheidender Nachteil im Vergleich zum Onlineshop. Das viel größere Manko entsteht aber durch die fehlende Speicherung von individuellen Kundendaten, die über Anschrift und gekaufte Produkte hinausgeht. Obgleich Verkäufer in der Lage wären den Kunden zu beraten, scheitert dies an der fehlenden Datentiefe und Verknüpfung in einem Nutzerkonto. Die Bewertung des Einzelhandels fällt an negativ aus, obgleich – erfolglose – Versuche unternommen werden, um den Curated-Shopping-Ansatz im stationären Handel zu adaptieren.

Motivation 2 – Werte & Normen

Orientierungsfrage: Steht das Angebot im Einklang mit aktuellen sozialen Normen und Werten der Zielgruppe? Zahlt das Angebot auf Werte wie beispielsweise Zuverlässigkeit, Perfektion, Schnelligkeit und Freundlichkeit ein?

  • Normen und Werte bilden gesellschaftliche Leitplanken.
  • Diesen Leitplanken müssen Produkte und Dienstleistungen sich unterordnen.
  • Wichtige Werte sind Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Perfektion und Freundlichkeit.
  • Outfittery bietet zuverlässige Liefer- und Retouren-Prozesse.
  • Die Beratungsqualität steigt mit zunehmender Beziehungsdauer.
  • Die Berater sind flexibel über unterschiedliche Kanäle erreichbar.
  • Outfittery liefert ein individuelles Einkaufserlebnis und differenziert sich vom klassischen eCommerce.
  • Onlineshops bieten zwar eine große Sortimentsbreite und zuverlässige Lieferprozesse, überlassen die Produktauswahl aber dem Kunden. Sie sind im direkten Vergleich unpersönlicher.
  • Der stationäre Einzelhandel hat keinen Zugriff auf detaillierte Kundeninformationen und ein geringeres Sortiment.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte
Onlineshop: 3 Punkte
Stationärer Händler: 1 Punkt

Normen und Werte bilden Leitplanken die das Leben in unserer Gesellschaft formen. Auf gesellschaftlicher Ebene herrscht ein gewisser Konsens an wichtigen Normen und Werten. Die Einhaltung dieser wird nicht nur von anderen Menschen, sondern auch von Produkten, Dienstleistungen und Unternehmen generell erwartet. Stationärer und digitaler Handel werden mit dem gleichen Maßstab gemessen. In Deutschland sind folgende Werte und Normen wichtig: Zuverlässigkeit, Schnelligkeit, Perfektion und Freundlichkeit. Erfolgreiche Geschäftsideen schaffen es diese Werte zu spiegeln. Wie machen sich unsere drei marktüblichen Alternativen – Starten wir mit Outfittery, und betrachten die Werte in der oben aufgeführten Reihenfolge.

Outfittery ist in zweierlei Weisen zuverlässig. Erstens, bietet Outfittery zuverlässige Versand- und Retouren-Prozesse an – diese gehören allerdings zu den Hygiene-Faktoren im eCommerce. Entscheidender ist, dass Outfittery mit zunehmender Beziehungsdauer immer präziser die Modestile zusammenstellen kann. Damit steigt die Beratungszuverlässigkeit deutlich an. Das Zusammenstellen und Versenden der Produkte erfolgt weitesgehend ohne Aufwand seitens des Kunden. Damit verkürzt sich die Zeit zwischen Buchung des Service und Erhalt der Produkte. Outfittery ist schnell, und wird mit zunehmender Kundenbeziehungsdauer immer schneller. In Sachen Perfektion profitiert Outfittery vom CRM und den darin gespeicherten, detaillierten Kundendaten. Mit ihnen ist das Unternehmen in der Lage die perfekte Beratungsleistung zu erbringen, und relevante und passende Modeprodukte an den Kunden zu senden. Auch hier gilt, dass mit fortschreitender Dauer der Perfektionsgrad ansteigt. Der Kunde steht bei Outfittery – über Kanäle seiner Wahl (E-Mail, WhatsApp, Kundenkonto, Telefon)– mit einem dedizierten Kundenberater in Kontakt. Dieser Kundenberater kennt, über das CRM, jedes Detail des Kunden. Daraus ergeben sich durchaus freundliche Beziehungen zwischen Berater und Kunde. Wir geben Outfittery die volle Punktzahl.

Der Onlineshop erfüllt ebenfalls die klassischen Hygiene-Faktoren. Die Beratungszuverlässigkeit ist dagegen eher als gering einzuschätzen. Da die Kundenbeziehung nicht in einem CRM dokumentiert wird, fehlen wichtige persönliche Informationen des Kunden (Größen, Passform, Vorlieben, zu vermeidende Stile etc.) – der erfolgreiche Weg zum passenden Stil ist selbst bei wiederkehrender Interaktion nicht garantiert. Das breite Sortiment und fehlende personalisierte Filtermöglichkeiten machen den Produkt-Auswahlprozess langwierig und zeitintensiv. Das Kauferlebnis im Onlineshop bleibt – aufgrund der dünnen Datenlage – immer auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau. Eine perfekte Beratung und Produktempfehlung ist nur stark eingeschränkt möglich. Eine direkte Kundenbeziehung besteht im Onlineshop meistens nur im Fall einer Reklamation. Ansonsten wird die direkte Kundenbeziehung systematisch vermieden – der Onlineshop wirkt eher steril und nüchtern. Wir bewerten den Onlineshop neutral.

Der stationäre Handel leidet an der fehlenden Sortimentsbreite, der fehlenden Verfügbarkeit und den höheren Betriebskosten – vor allem im Vergleich zum Online-Händler. Die Kundenbeziehung – vormals das Differenzierungsmerkmal des stationären Handels – wird durch Outfittery digitalisiert und auf ein neues Niveau gehoben. Dem Einzelhandel fehlt die Möglichkeit auf Kundendaten zuzugreifen, und damit eine passgenaue Beratung zu liefern. Wir bewerten den Einzelhandel mit minimaler Punktzahl.

Motivation 3 – Ästhetik & Einfachheit

Orientierungsfrage: Entspricht das Angebot (Onlineshop, Webseite, App) gelernten und akzeptierten Mustern in Aufbau, Design, Usability, User-Experience und Marke? Ist das Angebot auf die ästhetischen Ansprüche der Kunden ausgerichtet? Werden Design-Muster und eine erwartete Symbolik genutzt?

  • Outfittery arbeitet mit einem schlanken, einfachen Onboarding-Prozess. Der Prozess führt in wenigen Schritten von der Webseite in das CRM des Unternehmens.
  • Danach hat der Nutzer nur wenig Berührung mit digitalen Oberflächen.
  • Interaktion hauptsächlich mit den Style-Beraterinnen – Unter anderem über eine einfach zu bedienende App oder das Kundenkonto.
  • Entspricht gelernten Mustern des Einzelhandels, nur mit einer höheren Beratungsqualität, da zurückliegende Interaktionen nicht vergessen werden (CRM).
  • Hochwertige Pakete und persönliche Dreingaben entsprechen einer engen Beziehung. Marke ist insgesamt sehr hochwertig und gut auf die männliche Zielgruppe zugeschnitten.
  • Onlineshops sind komplex mit einem großen Produktsortiment.
  • Das macht es schwer das relevanteste Produkt zu finden.
  • Kundenkonto ist nicht auf eine tiefe Auswertung der Kundendaten spezialisiert.
  • Onlineshops sind meistens benutzerfreundlich und unkompliziert zu bedienen.
  • Deshalb bewerten wir Onlineshops als durchaus wettbewerbsfähig.
  • Stationärer Handel fußt auf sehr einfachen Abläufen.
  • Trotzdem ist es schwer das passende, relevanteste Produkt zu finden.
  • Der Beratung im Einzelhandel fehlen die tiefen Kundendaten als Hintergrundinformation im Beratungsgespräch.
  • Die Beratung erfolgt in der Regel sehr oberflächlich. Es gibt nur sehr wenige Kundenberater anstatt wie bei Outfittery ein dedizierter Stilberater.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte
Onlineshop: 4 Punkte
Stationärer Händler: 3 Punkt

Menschen bevorzugen ästhetische und einfache Angebot – Das zeigt eine Studie von Google eindrucksvoll. Ästhetik entsteht durch prototypisches Design. Dieses Design folgt Mustern die bei den Nutzern geprägt wurden. Geprägt werden die Muster vor allem durch die großen Internetunternehmen. Einfachheit entsteht immer dann, wenn psychologische Grundsätze berücksichtigt werden. Prototypische digitale Produkte wenden verhaltenspsychologische Grundsätze an, um die Bedienung möglichst einfach zu machen.

Outfittery´s digitale Plattform ist im Frontend denkbar einfach aufgebaut. Anstelle eines umfangreichen Sortiments, nutzt Outfittery einen digitalen Onboarding-Prozess. Mit wenigen Schritten richtet der Nutzer sein Konto ein. Teil der Einrichtung ist das Erheben erster Kundendatensätze. Diese sind für die darauf folgende persönliche Beratung von Bedeutung. Outfittery nutzt gelernte Muster des Einzelhandels – Einzig die Beratungsqualität wird durch das CRM mit mehr als 200 Kundendatenpunkten ungleich gesteigert. Die Auswertung der Daten durch künstliche Intelligenz wird die wahrgenommene Beratungsqualität in Zukunft noch weiter steigern. Outfittery ist mit dem technischen und personellem Gesamtsystem dem Markt überlegen.

Der Onlineshop-Betreiber bietet dem Kunden ein umfangreiches Sortiment. Der Kunde bedient den Shop über ein digitales Frontend. Dieses entspricht in der Regel dem Standard. Die umfangreichen Produktsortimente erschweren den Zugriff auf passende Produkte. Das erschwert den Gesamteinkaufsprozess. Der Shop-Betreiber erfasst in der Regel relativ wenig Daten vom Kunden – in der Regel keine verhaltenspsychologischen Daten. Eine tiefere Analyse des Kundenverhaltens, und damit die sukzessive, individuelle Verbesserung des Angebots ist nicht möglich. Wir halten den Onlineshop für wettbewerbsfähig, allerdings dem Angebot von Outfittery nicht überlegen.

Dem Einzelhändler fehlen detaillierte Kundendaten. Zudem fehlt – im Vergleich mit dem Onlineshop – die Sortimentsbreite und Sortimentstiefe. Die Anzahl der Kundenberater pro Kunde ist relativ gering verglichen mit Outfittery. Die Einkaufsprozesse sind dagegen sehr einfach und gelernt. Wir bewerten den Händler als neutral.

Befähigung 1 – Zeitliche Ersparnis

Orientierungsfrage: Spart das Angebot dem Kunden Zeit ein? Wie hoch ist die Zeitersparnis gegenüber den marktüblichen Angeboten? Wie wichtig ist Zeitersparnis der Zielgruppe? Wird Zeit im Kontext der Nutzung eingespart oder die Lösung des Kundenproblems insgesamt verkürzt?

  • Outfittery fokussiert die individuelle Produktauswahl und Zusendung.
  • Kunden wird durch einen Style-Berater betreut.
  • Kunde erhält ein Paket mit einem kompletten Outfit.
  • Nur nicht passende Produkte werden retourniert.
  • Mit zunehmender Interaktion werden die Produkte passgenauer.
  • Outfittery spart seinem Kunden viel Zeit bei der Auswahl und dem Kauf von Produkten ein.
  • Onlineshop-Händler bieten ein breites und tiefes Sortiment an.
  • Kunde ist bei der Auswahl von Produkten sich selbst überlassen.
  • Hoher Zeitbedarf bei der Zusammenstellung von Kleidungsstilen.
  • Einzelhändler hat nur ein eingeschränktes Sortiment.
  • Kunde muss das Ladenlokal besuchen. Bezüglich der Verfügbarkeit von Produkten gibt es keine Sicherheit.
  • Hoher Zeitbedarf durch physische Präsenz.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 4 Punkte
Onlineshop: 3 Punkte
Stationärer Händler: 2 Punkte

Outfittery´s Mehrwert liegt in der persönlichen Beratung, der individuellen Auswahl und dem Mehrwert den Outfittery seinen Kunden damit bietet. Dazu zählt der schnelle Zugang zu passenden Produkten – Bei Outfittery braucht der Kunde nicht durch ein riesiges Sortiment zu surfen, sondern erhält Produktempfehlungen direkt im Paket nach Hause. Die Auswahl der Produkte übernimmt der persönliche Style-Berater. Dieser wird durch ein CRM unterstützt. Die Kommunikation zwischen Berater und Kunde erfolgt bequem auf mehreren Kanälen – die wir in der Geschäftsmodell-Analyse im Detail betrachten werden. Der einzige Zeitaufwand für den Kunden besteht im Anprobieren der Produkte und ggf. im Rückversand der Produkte. Im direkten Vergleich zum Onlineshop (hoher Zeitbedarf bei der Auswahl der passenden Produkte) und dem stationären Händler (Besuch des Ladens) spart Outfittery eine Menge Zeit ein. Mit zunehmender Kundeninteraktion werden die empfohlenen Produkte für den Kunden immer relevanter, wodurch der Zeitbedarf für Retouren sinkt, und das Modell von Outfittery noch stärker wird.

Der Onlinehändler bietet dem Kunden eine große Sortimentsbreite und einen in der Regel gut funktionierenden Versandprozess. Im Auswahl- und Entscheidungsprozess allerdings bleibt der Kunde auf sich gestellt – das kostet deutlich mehr Zeit. Die Wahrscheinlichkeit von Retouren ist im Onlineshop ungleich höher, weil kaum Kundendaten erfasst und ausgewertet werden – Das Angebot ist nicht personalisiert und nicht individuell auf den Kunden zugeschnitten.

Der Einkauf beim stationäre Einzelhändler führt zu einem hohen Zeitaufwand. Anreise und Orientierung im Ladengeschäft kosten viel Zeit. Sind die passenden Produkte nicht vorhanden, muss der Kunde in der näheren Umgebung nach Alternativen suchen. Die Beratung im Einzelhandel ist ebenfalls nicht personalisiert und individuell auf den Kunden abgestimmt.

Befähigung 2 – Finanzielle Ersparnis

Orientierungsfrage: Inwiefern wird der Kunde finanziell entlastet? Kann der Kunde sein Bedürfnis durch die neue Geschäftsidee mit geringeren Investitionen lösen? Wird ein temporärer finanzieller Engpass umgangen oder entstehen dem Kunden dauerhaft finanzielle Vorteile?

  • Outfittery bietet keinerlei Rabatte an. An saisonalen Abverkäufen – wie Sommerschlussverkauf und Winterschlussverkauf – wird nicht teilgenommen.
  • Die Produkte werden zum empfohlenen Verkaufspreis vertrieben.
  • Outfittery ist auf eine kaufkräftige, finanziell unempfindliche Zielgruppe spezialisiert.
  • Der Onlineshop folgt in der Regel den Verkaufsmaßnahmen des stationären Handels.
  • Wie der stationäre Einzelhandel gibt der Onlineshop in den Schlussverkäufen deutliche Rabatte.
  • Wir bewerten den Onlineshop und den Einzelhandel deutlich höher als Outfittery.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 2 Punkte
Onlineshop: 5 Punkte
Stationärer Händler: 4 Punkte

Die finanziellen Spielräume der meisten Menschen sind begrenzt. Finanzielle Hürden lassen sich durch niedrigere Verkaufspreise oder beispielsweise durch Raten-Zahlungen reduzieren. Zeitersparnis löst die finanzielle Ersparnis in der Wichtigkeit zunehmend ab. Ein positives Preis-Leistungsverhältnis entsteht in der Regel durch die Verfügbarkeit neutraler Preisinformationen, einer breiten Produktauswahl unterschiedlichster Anbieter, vergleichbarer Produktaspekte und neutraler Kundenbewertungen.

Finanzielle Ersparnis bietet Outfittery nicht – Die Produkte werden zum UVP verkauft. Es ist nicht das Ziel von Outfittery die Produkte günstiger oder mit Rabatten zu verkaufen. Es gibt allerdings unterschiedliche Preisgruppen bei Outfittery. So können für jedes finanzielle Budget die passenden Produkte gefunden werden. Nur für Neukunden gibt es Rabatte auf den ersten Einkauf. Die Bewertung erfolgt entsprechend niedrig.

Onlineshop bieten in der Regel saison- oder kampagnenbedingt Rabatt auf die UVPs. Die Wahrscheinlichkeit günstige Produkte zu finden ist im Onlineshop höher als bei Outfittery. Die Vergleichbarkeit der Produkte mit den Angeboten anderer Onlineshops ist ebenfalls einfacher, als bei Outfittery. Kundenrezensionen liefern Orientierung.

Der stationäre Einzelhandel arbeitet, ähnlich wie der Onlineshop, mit Rabattaktionen. Sommerschlussverkauf und Winterschlussverkauf sind etablierte Vertriebsmechanismen. Diese bringen die Kunden in die Läden. Gegenüber den Onlineshops ergibt sich kein Vorteil. Die Kosten für die Infrastruktur sind höher, die Marge identisch, so dass sich weniger Spielraum für den Einzelhändler ergibt. Eine Vergleichbarkeit der Produkte in Preis und Qualität ist nicht ohne Aufwand möglich. Wir bewerten den stationären Einzelhandel etwas niedriger als den Onlineshop.

Befähigung 3 – Kognitive Ersparnis

Orientierungsfrage: Wie einfach ist die Kaufvorbereitungsphase und die Kaufphase für den Kunden? Kann der Kunde schneller und einfacher das passende Produkt finden und auswählen? Wie einfach wird ihm die Vergleichbarkeit der Angebote gemacht? Wird der Kunde durch Kundenbewertungen in der Entscheidungsfindung unterstützt?

  • Die Auswahl geeigneter, stilsicherer Kleidungsstücke belastet die männliche Zielgruppe in der Regel kognitiv.
  • Outfittery reduziert – mit zunehmender Kundeninteraktion steigend – die kognitiven Aufwände.
  • Der Kunde lagert den Auswahlprozess auf den Kundenberater aus.
  • Der Kundenberater berät zielgenau auf Basis des CRM mit Unterstützung von KI.
  • Outfittery entlastet den Kunden kognitiv maximal, und erhält die maximale Bewertung.
  • Der Onlineshop bietet eine breite Produktpalette, und erzeugt damit eine hohe kognitive Belastung des Kunden im Auswahlprozess. Zumal es an Beratung in der Regel fehlt.
  • Der Einzelhandel bietet eine überschaubare Sortimentsbreite an, und unterstützt den Kunden durch Verkaufspersonal. Dieses erreicht nicht die Beratungstiefe wie das, durch das CRM und KI unterstütze, Outfittery-Team.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte
Onlineshop: 2 Punkte
Stationärer Händler: 3 Punkte

Menschen werden im Alltag immer stärker mental belastet. Angebote, die auf kognitive Besonderheiten Rücksicht nehmen, werden deutlich positiver wahrgenommen. Die Folge – Die Wahrscheinlichkeit für einen Kauf steigt. Aufgabe jeder guten Geschäftsidee muss deshalb die Reduktion kognitiver Belastungen sein.

Outifttery reduziert den kognitiven Aufwand im Auswahlprozess der Kleidung. Der Kunde muss sich nicht durch ein übermäßig großes Sortiment quälen, und er muss auch kein Modeexperte sein. Der richtige, passende und sozial aktuell akzeptierte Stil wird ihm empfohlen. Ein Telefonat, eine SMS, eine WhatsApp an den Modeberater reicht aus. Die aus bisherigen Käufen und der Beratung gewonnenen Erkenntnisse verbessert mit jeder Interaktion die Qualität der Beratung – der Kunde wird konsequent und steigend kognitiv entlastet. Wir geben maximale Punktzahl.

Im Onlineshop muss sich der Kunde selbst orientieren. Dafür muss er selbstständig die passenden Stile ermitteln, die richtigen Kleidungsstücke aussuchen und im Shop zu Outfits zusammenstellen – eine Qual. Vor allem aber die Sortimentsbreite macht es dem Kunden schwer. Eine kompetente Beratung des Kunden fehlt. Die kognitive Belastung ist deutlich höher. Das gilt auch im Vergleich zum stationären Einzelhandel.

Der stationäre Einzelhandel bietet in der Regel kein so breites Sortiment wie der Onlineshop. Die geringere Verfügbarkeit reduziert die Auswahlmöglichkeiten. Damit sinkt die kognitive Belastung. Verkaufspersonal hilft – wenn auch nicht in der Güte von Outfittery – dem Kunden im Auswahlprozess. Wir bewerten den Einzelhandel deshalb neutral, aber etwas besser als den Onlineshop.

Befähigung 4 – Physische Ersparnis

Orientierungsfrage: Spart das Angebot, das Produkt oder der Dienst dem Nutzer physischen Aufwand? Reduziert es den körperlichen Aufwand bei der Zielerreichung?

  • Die Beratung erfolgt online, die Produkte werden zugesendet. Es ist keine physische Präsenz nötig.
  • Mögliche Retouren erzeugen höhere physische Aufwände. Deren Auftreten wird mit fortschreitender Kundeninteraktion systematisch gesenkt. Über KI ausgewertete Daten aus dem CRM ermöglichen eine immer passgenauere Beratung.
  • Über unterschiedliche Kanäle ist der Kontakt mit dem Kundenberater jederzeit möglich (Telefon, E-Mail, App, Chat).
  • Der Onlineshop verfeinert in der Regel die empfohlenen Produkte nicht mithilfe von zurückliegenden Einkäufen. Bestenfalls kann erkannt werden was der Kunde gekauft hat. Rückschlüsse über Größe, Stile, Vorlieben werden nicht erfasst. Die Retouren-Quote, und damit der physische Aufwand, können dauerhaft nicht reduziert werden.
  • Im stationären Einzelhandel sind Retouren eher gering zu bewerten. Der Kunde probiert die Produkte vor dem Kauf im Ladengeschäft an. Allerdings entsteht durch die unbedingte Präsenz des Kunden im Ladengeschäft hoher physischer Aufwand, den die meisten männlichen Kunden scheuen. Die Bewertung ist deshalb unterdurchschnittlich.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 4 Punkte
Onlineshop: 3 Punkte
Stationärer Händler: 2 Punkte

Physische Aufwände können beispielsweise durch den Besuch eines Ladengeschäftes entstehen, oder aber durch die Rückgabe von Paketen mit nicht passenden Produkten. Menschen versuchen physische Aufwände zu vermeiden. Meist entstehen durch physische Aufwände zusätzliche zeitliche Aufwände. Eine Geschäftsidee sollte die physischen Aufwände möglichst reduzieren.

Im Outfittery-System muss der Kunde seine Kleidung nicht abholen. Sie wird ihm zugeschickt, er wählt die passenden Produkte aus. Der Rest wird zurückgegeben. Die Retouren erzeugen durchaus physische Aufwände. Diese fallen aber nur zu Beginn der Kunden- Unternehmens-Beziehung an. Outfittery sammelt Daten über den Kunden im CRM, stellt diese den Beratern zur Verfügung, und erhöht somit die Trefferwahrscheinlichkeit für passende Produkte. Mit zunehmender Kundeninteraktion sinken die Retouren, und die physische Belastung wird maximal reduziert. Wir geben volle Punktzahl.

Der Onlineshop bietet ein breites Sortiment und eine hohe Verfügbarkeit der Produkte an. Ihm fehlt allerdings eine Kundenberatung. Die Verkäufe werden nicht ausgewertet und am Kundenkonto gespeichert. Über die Zufriedenheit der Kunden können keine Rückschlüsse gezogen werden. Deshalb sind Retouren in der Regel an der Tagesordnung. Sie erzeugen durchaus hohen physischen Aufwand. Allerdings konzentriert sich dieser ausschließlich auf die Rückgabe von Produkten. Wir bewerten den Onlineshop neutral.

Der Besuch in einem stationären Ladengeschäft ist in der Regel mit einem hohen physischen Aufwand verbunden (Anfahrt, Parkplatzsuche, Suche nach Kleidung im Laden). Retouren entfallen in der Regel, sind aber zu vernachlässigen. Für die spezielle Zielgruppe ist der Einkauf im stationären Handel keine Alternative mehr.

Befähigung 5 – Ersparnis durch Alltagsroutinen

Orientierungsfrage: Fügt sich das Produkt, Angebot oder der Dienst in etablierte Alltagsroutinen ein? Nutzt das Angebot Routinen, um einfacher von den Menschen genutzt werden zu können?

  • Alltagsroutinen bestimmen den Alltag der Menschen.
  • Abweichungen von diesen Routinen werden vermieden.
  • Angebote, die sich perfekt einfügen, werden bevorzugt.
  • Outfittery reduziert den Einkaufsaufwand auf das Auswählen der Kleidung zuhause und zu einem frei wählbaren Zeitpunkt. Damit fügt sich das Angebot perfekt in den Alltag der Zielgruppe ein (Viel Arbeit unter der Woche, wenig Zeit am Wochenende).
  • Der Onlinehändler versucht mit Verfügbarkeit und einem breiten Sortiment zu punkten, überlässt die zeitintensive Auswahl der Produkte aber dem Kunden. Damit fügt sich das Angebot kaum in den Arbeitsalltag ein – es entspricht aber den markttypischen Angeboten.
  • Ein Einkauf beim Einzelhändler ist mit zeitlichem und physischen Aufwand verbunden. Aufwand, denn die Zielgruppe zu vermeiden versucht. Der Einzelhändler fügt sich deshalb nicht in den Arbeitsalltag ein.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte
Onlineshop: 3 Punkte
Stationärer Händler: 1 Punkt

Alltagsroutinen bestimmen die Handlungen von Menschen. Abweichungen sind eher selten, kosten sie doch Energie. Sie sollten deshalb in der Geschäftsidee berücksichtigt werden. Die Routinen werden unter der Woche vor allem durch den Beruf bestimmt. Er gibt den Rahmenablauf vor, und ist in der Regel innerhalb einer Zielgruppe recht ähnlich.

Die Outfittery Zielgruppe ist besserverdienend und unter der Woche beruflich stark eingebunden. Unter der Woche ist deshalb keine Zeit für Einkäufe in der Stadt. Am Wochenende wird die Zeit mit Freizeitaktivitäten verplant. Lange Einkaufstouren gehören nicht zu diesen Aktivitäten. In diesen straff durchgeplanten Alltag fügt sich Outfittery mit seinen Diensten optimal ein. Ein kurzes Telefonat, eine E-Mail oder eine WhatsApp mit der persönlichen Beraterin, und ein Paket mit passenden Klamotten macht sich auf den Weg. Die Auswahl der Kleidungsstücke erfolgt in der freien Zeit, oder einfach zwischendurch. Mit zunehmender Beziehungsdauer sind die Kleidungsempfehlungen immer passender, so dass kaum Retouren entstehen. Alles in allem ein reibungsloser und zeitsparender Prozess, der sich optimal in den Arbeitsalltag einfügt.

Der Onlinehändler bietet seine Produkte per Onlineshop zeit- und ortsunabhängig an. Insofern könnte sich der Einkauf in den Arbeitsalltag einfügen. Allerdings muss der Kunde selbstständig die Kleidungsstücke aus einem schier unendlichen Sortiment heraussuchen. Diese Zeit hat die spezielle Zielgruppe in ihrem Alltag nicht. Insofern passt das Gesamtangebot des Onlinehändlers nicht in die Alltagsroutinen des Kunden – Es entspricht aber den marktüblichen Angeboten. Deshalb geben wir eine neutrale Bewertung.

Der Einkauf im Einzelhandel bedeutet für den Kunden immer zeitlichen und physischen Aufwand. Eine Anwesenheit des Kunden im Ladengeschäft ist zwingend notwendig, und daher nur am Wochenende leistbar. Diesen Aufwand ist die spezielle – besserverdienende – Zielgruppe nicht bereit zu investieren. Der Einzelhändler fügt sich – bedingt durch die deutlich höheren Aufwände – nicht in den Alltag der Zielgruppe ein. Mehr noch, das Angebot wiederspricht den Erwartungen der Zielgruppe. Wir geben deshalb die niedrigste Bewertung.

Zwischenbewertung: Verhaltensökonomische Beurteilung

Outfittery punktet in vielen verhaltenspsychologischen Dimensionen durch Entlastung des Kunden. Der Kunde wird zeitlich vom Einkaufsprozess entlastet, physischer Aufwand reduziert. Insgesamt entspricht das Angebot dem Zeitgeist – Schnelle Lieferung, hervorragende Beratung, und unkomplizierte Rückgabe nicht passender Produkte – Letzter Punkt wird durch ein ausgeklügeltes CRM mit zunehmender Kundenbeziehung reduziert. Outfittery erzielt insgesamt 35 von 40 möglichen Punkten.

Der Onlinehändler bietet zwar eine breite Produktpalette und eine zuverlässige Lieferung inklusive Retouren, hilft seinem Kunden aber nicht bei der Auswahl geeigneter Produkte. Damit muss der Kunde viel Zeit investieren, und auf eigenen Geschmack hin, Klamotten im Shop kaufen. Der Onlinehändler erzielt insgesamt 27 von 40 Punkten.

Der Einzelhändler bietet seinem Kunden eine begrenzte Auswahl in stationären Handelsflächen an. Der Kunde muss Zeit und physischen Aufwand investieren, um das Angebot nutzen zu können. Entsprechend gering fällt die Zwischenbewertung mit 17 von 40 Punkten aus.

Die Geschäftsidee ist demnach dem markttypischen Alternativen deutlich überlegen. Der Abstand zum Onlineshop ist mit 8 Punkten Differenz noch überschaubar. Der Vergleich mit dem Einzelhandel – hier sprechen wir von einer Differenz von 18 Punkten – fällt für den stationären Handel desaströs aus. Allerdings gilt es zu beachten, dass die Zielgruppe sehr speziell ist. Bequemlichkeit geht vor Preis, was die Bewertung entsprechend verzerrt. Rückt der Preis in den Vordergrund sind Onlineshop und Einzelhandel die bessere Alternative.

Mögliche Gesamtpunktzahl: 40
Outfittery: 35 Punkte
Onlineshop: 28 Punkte
Stationärer Handel: 13 Punkte

Bewertung des Innovationspotenzials

Im ersten Teil der Analyse haben wir die Geschäftsidee hinsichtlich der marktverändernden Kräfte untersucht und bewertet. Eine hervorragende Geschäftsidee ist ein wichtiger Baustein für ein erfolgreiches Unternehmen. Im zweiten Teil stellen wir die wichtige Frage nach der digitalen Innovationskraft. Dafür analysieren wir Umsetzungsfaktoren, die sich für den digitalen Erfolg eines Unternehmens als wirksam erwiesen haben. Die Berücksichtigung dieser Bausteine in Geschäftsidee und Geschäftsmodell erhöht die Chance für eine nachhaltige Marktveränderung. Bewertet wird jeder Baustein auf einer Skala von 1 (nicht vorhanden) bis 5 (voll implementiert). Danach wird der Durchschnittswert berechnet.

Innovationspotenzial 1 – Digitaler Lock-In

  • Verhaltensdaten an einem Kundenkonto erzeugen durch eine gesteigerte Beratungsqualität und passende Produkte einen individuellen Mehrwert.
  • Dieser Wert bindet den Kunden immer enger an den Anbieter.
  • Dafür überführt Outfittery neue Kunden in ein CRM. Das CRM speichert über 200 Datenpunkte über den Kunden. Dadurch entsteht mit der Zeit ein klares Bild des Kunden.
  • Die ausgesuchten Stile und Produkte werden mit zunehmender Beziehung immer passgenauer.
  • Der Kunde wird durch die (digital unterstütze, datengetrieben) Beratungsqualität an das Unternehmen gebunden. Die Beratung ist durch Wettbewerber nicht kopierbar.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte

Der digitale Lock-In bezeichnet die Bindung des Kunden durch ein Kundenkonto, der Speicherung und Auswertung des Kundenverhaltens, und der (automatischen) Anpassung der Plattform an die Bedürfnisse des Kunden. Die stetige Anpassung der Plattform führt zu einer als individuell wahrgenommenen Wertschöpfung, auf die der Kunde in der Regel nicht mehr verzichten will. Er bindet sich – quasi – selbst an den Anbieter. Je länger die Beziehung dauert, umso schwerer wird es für den Kunden das Kundenkonto aufzugeben. Outfittery nutzt ein CRM. Der Kunde gelangt durch einen Online-Prozess in dieses CRM. An dem Kundenkonto speichert Outfittery nach eigenen Angaben mehr als 200 Kundendatenpunkte. Mit jedem Kontakt zwischen Berater und Kunde, mit jedem versendeten Paket, entsteht so ein detaillierteres Bild des Kunden und seiner Wünsche. Die Produkte in den Paketen werden immer passgenauer, die Retouren geringer. Die Kundenzufriedenheit steigt stetig an und bindet den Kunden dauerhaft an die Plattform Outfittery. Wir geben deshalb die volle Punktzahl.

Innovationspotenzial 2 – Digitale Verhaltensdaten

  • Nutzung des Angebots ist nur über ein persönliches Kundenkonto möglich.
  • Es werden etwa 200 Datenpunkte über den Kunden erfasst. Die Erfassung erfolgt über alle Kontaktkanäle, vorrangig aber über die Kundenberater.
  • Alle Daten werden in einem CRM gesammelt. Die CRM-Daten werden übergreifend durch eine KI analysiert. Die Beratung wird durch die Lerneffekte der KI unterstützt.
  • Kein anderer Fashion-Händler hat derart detaillierte Kundendaten wie Outfittery.
  • Mit fortschreitender Interaktion des Kunden mit dem Unternehmen wird über die (datenbasierte) Beratungsqualität ein Lock-In erzeugt.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte

Wie bereits in vorherigen Abschnitt skizziert, erfasst Outfittery mehr als 200 Kundendatenpunkte. Diese umfassen nach eigenen Angaben qualitative und quantitative Daten – beispielsweise Vorlieben, Hobbies, Lebensumstände. Die Datenpunkte ermöglichen mit zunehmender Kundenbeziehung immer präzisere Empfehlungen von Produkten, aber auch individuell abgestimmte Marketing- und Vertriebsmaßnahmen. Verhaltensdaten machen den Unterschied. Sie erzeugen Nähe und Bindung, und ermöglichen damit die Abschöpfung des Customer-Lifetime-Values. Die Daten werden zunehmend durch Künstliche Intelligenz ausgewertet, aufbereitet und dem Modeberater unterstützend zur Verfügung gestellt. Der Wettbewerb erhält keine Einsichten in die Datensätze, und ist somit auf diesem Auge blind. Damit sind digitale Verhaltens- und Kundendaten generell ein eindeutiger und nicht kopierbarer Wettbewerbsvorteil.

Innovationspotential 3 – Digitale Skalen- / Netzwerkeffekte

  • Outfittery nutzt digitale Netzwerkeffekte im Bereich der Neukundengewinnung.
  • Die exzellente Beratungsqualität erzeugt eine hohe Weiterempfehlungsrate.
  • Die Mund-zu-Mund-Propaganda ist ein wichtiger Baustein des Marketings.
  • Trotzdem ist der Netzwerkeffekt nicht zwingend. Nur weil Freunde oder Arbeitskollegen bei Outfittery Kunden sind, muss man nicht zwangsläufig auch Mitglied werden. Eine hohe Motivation zur Teilnahme – wie man ihn beispielsweise bei WhatsApp und Co. beobachten kann – entsteht bei Outfittery nicht. Deshalb ist der Netzwerkeffekt nur eingeschränkt wirksam.
  • Outfittery kann im Einkauf Skaleneffekte nutzen, weil durch die Datenbasis und durch die Produktempfehlung gezielter Einkauf bei den Herstellern möglich ist. Dadurch sinkt der Einkaufswert, und die – schon sehr hohe – Marge steigt.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 3 Punkte

Outfittery nutzt digitale Netzwerkeffekte die aus der Datenbasis entstehen, und auf Dauer zu persönlichen Weiterempfehlungen führen. Jeder neue Nutzer führt zu neuen Daten im System. Die selbstlernenden KIs im CRM können aus diesen Daten präzise Empfehlungen erzeugen, und damit die Beratungsqualität steigern. Allerdings ist der Netzwerkeffekt nicht zwingend und nicht überragend stark – Nur weil Freunde bei Outfittery Kunde sind, erzeugen diese nicht automatisch mehr Wert für den Nicht-Outfittery-Kunden. Während man in einem sozialen Netzwerk Gefahr läuft den Anschluss an Freundeskreise zu verlieren, bleibt dieser Effekt bei Outfittery aus. Skaleneffekte kann Outfittery durch den gezielten Einkauf von Kleidung bei den Herstellern erzielen. Digital sind diese Skaleneffekte, weil vor allem die präzise Datenlage und die Nutzung Künstlicher Intelligenz Rückschlüsse auf das Kaufverhalten der Kunden ermöglicht. Je präziser die Vorhersagbarkeit von Verhalten, desto gezielter kann eingekauft werden. Die Plattform selber kann auf beliebig viele Märkte, und später theoretisch auch auf andere Produktgruppen angewendet werden. Einzig der hohe Einsatz an menschliche Beratern bremst den digitalen Skaleneffekt aus. Hier kann später wohl die KI entlasten. Deshalb bewerten wir Outfittery an dieser Stelle neutral.

Innovationspotential 4 – Digitale Skalierbarkeit

  • Unternehmen mit einem hohen Anteil digitaler Bausteine im Geschäftsmodell können schneller als der Wettbewerb skalieren und neue Märkte erobern.
  • CRM bildet das digitale Rückgrat des Unternehmens. CRM befähigt Kundenberater in der Beratung.
  • Künstliche Intelligenz und Sprachsysteme werden in naher Zukunft weite Teile der Beratung entlasten, und den menschlichen Beratern zuarbeiten.
  • Das Geschäftsmodell verzichtet auf komplexe Shop-Systeme mit tausenden von zu pflegenden Produkten. Neue Modelinien werden effizienter und effektiver integriert. Das Herzstück – Das CRM – kann, ohne viel Aufwand, schnell skaliert werden.
  • Das CRM organisiert und strukturiert die Kundenbasis. Die pro Kunde eingesammelten Kundendatenpunkte (ca. 200) ermöglichen ein detailliertes Kundenbild, und können der Ausgangspunkt für neue Produktangebote sein. Beispielsweise wäre die Ausweitung des Handels auf Accessoires möglich.
  • Outfittery arbeitet heute bereits auf einer breiten, individuellen Datenbasis. So ist die passgenaue Betreuung von Kunden kein Problem. Künstliche Intelligenz entlastet die Mitarbeiter, und erhöht die Skalierbarkeit der Kundenbasis. Die gewonnenen Daten ermöglichen die horizontale Erweiterung des Produktportfolios von Kleidung beispielsweise auf Accessoires wie Uhren. Damit ist auch eine branchenübergreifende Skalierbarkeit gegeben. Wir bewerten das Unternehmen mit der vollen Punktzahl.
Mögliche Gesamtpunktzahl: 5
Outfittery: 5 Punkte

Digitale Geschäftsmodelle sind umso erfolgreicher, je stärker sie auf digitale Skalierbarkeit setzen. Die digitale Skalierbarkeit entsteht durch den systematischen Einsatz digitaler Technologien, um Mitarbeiter auf der Kosten- und der Umsatzseite des Geschäftsmodells zu entlasten. Zentraler Baustein sind digitale Kundendaten. Sie ermöglichen eine branchen- oder sortimentsübergreifende Skalierung in andere Produktgruppen oder Märkte. Digitale Technologien, wie beispielsweise Chatbots und künstliche Intelligenz in der Beratung, ermöglichen eine Entlastung der Mitarbeiter. Die Mitarbeiter werden frei für die Betreuung neuer Kunden. Die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells im bestehenden Markt steigt. Outfittery sammelt Kundendaten in einem CRM. Pro Kunde werden bis zu 200 Datenpunkte gespeichert. Die Kundendaten werden zunehmend von künstlicher Intelligenz ausgewertet und unterstützen die Kundenberater. Durch den Einsatz künstlicher Intelligenz und der Generierung von Daten hat Outfittery eine kritische Skalierungshürde entschärft. Wir geben dem Geschäftsmodell deshalb die volle Punktzahl.

Zwischenbewertung: Innovationspotential

Wir haben im ersten Schritt die Geschäftsidee von Outfittery im Kontext markttypischer Alternativen bewertet. Die Punktzahl steht für die Wahrscheinlichkeit mit der die Geschäftsidee das markttypische Kundenverhalten verändern wird – sprich das Innovationspotential. Outfittery erzielt 35 von 40 möglichen Punkten. Im zweiten Schritt haben wir bewertet inwiefern Outfittery die digitalen Erfolgsbausteine in seinem Geschäftsmodell berücksichtigt. Oufittery erzielt 18 von möglichen 20 Punkten. Wir sind überzeugt, dass Outfittery ein gutes Beispiel für alternative, strategische Ausrichtungen von Online-Händlern ist. Das Beispiel Outfittery zeigt, wie eine breite Kundendatenbasis eine nahezu perfekte Beratung und Betreuung ermöglicht. Der Einsatz künstlicher Intelligenz verringert die Auslastung des Personals und ermöglicht kaum kopierbare Wettbewerbsvorteile. Entscheidend aber ist, dass Outfittery nicht auf noch schneller Lieferung, ein noch breiteres Sortiment, sondern stattdessen auf die Digitalisierung der Kundenberatung setzt, und damit deutlich höhere Umsätze pro Kunde generiert. Darüber hinaus wird mit zunehmender Beziehung die Bindung des Kunden an Outfittery höher, so dass der gesamte Customer-Lifetime-Value abgeschöpft werden kann. Wir denken, dass Outfittery ein interessantes Beispiel im eCommerce darstellt.

Mögliche Gesamtpunktzahl: 20
Outfittery: 18 Punkte

Aufbau des Geschäftsmodells – Deep Dive

Beim Geschäftsmodell von Outfittery handelt es sich um ein digitales Handelsmodell. Es ist dem eCommerce zuzuordnen. Da Modell ist besonders, weil es auf einen Onlineshop als Vertriebsplattform verzichtet. Stattdessen sind alle Aktivitäten auf die Konvertierung von Kunden in ein CRM ausgelegt. Sind die Kunden einmal über die Webseite vorsegmentiert und konvertiert, werden sie durch persönliche Berater betreut. Das Geschäftsmodell von Outfittery richtet sich ausschließlich an Männer. Die Zielgruppe bewegt sich in einem Alterskorridor von 30 bis 50 Jahre und ist besser verdienend. Dieser Zielgruppe bietet das Unternehmen die maximale Bequemlichkeit beim Kleidungseinkauf. Wie ein persönlicher Einkaufsassistent hilft Outfittery jedem Kunden individuell seine Stil zu finden. Diese Kundenorientierung zeigt sich in den zuvor bereits skizzierten Umsatzzahlen. Vor allem der Umsatz pro Kopf und Jahr ist beachtlich. Das Curated-Shopping-Geschäftsmodell zeigt eindrucksvoll auf wie in einer wettbewerbsintensiven Branche hohe Margen erzielt werden.
Das Curated-Shopping-Geschäftsmodell ist auf langfristige Kundenbindung, und den Lock-In über Kundendaten ausgelegt. Zudem nutzt es Netzwerkeffekte durch Mund-zu-Mund-Propaganda aus. Das Sortiment ist – im direkten Vergleich mit einem Fashion-Onlineshop – deutlich kleiner. Durch die Kundendaten und deren Kaufverhalten ist Outfittery in der Lage den Einkauf gezielt vorzunehmen. Das verringert die Sortimentsbreite, reduziert die Lagerhaltungskosten und vermeidet unverkaufte Ware. Aus den Kundendaten lassen sich Rückschlüsse über Wünsche, Bedürfnisse und Geschmack ableiten. Die ersten Vorstöße in Richtung Eigenmarken zeigen die Zukunft des Modells auf. Das Curated-Shopping-Modell ist für Handelsunternehmen mit erklärungsbedürftigen und sozial bedeutsamen Produkten handeln. Sozial bedeutsam bedeutet, dass ein Fehlkauf die Ächtung durch eine soziale Bezugsgruppe und die Ausgrenzung zur Folge haben kann. Ein möglicher Zielmarkt wären beispielsweise Inneneinrichtungen, Möbel, Deko, Bad-Zubehör und Bad-Einrichtungen. Wir wollen uns – systematisch – die einzelnen Bausteine des eCommerce-Geschäftsmodells ansehen.
Mehr zur Methodik des Business-Model-Canvas erfahren Sie unter diesem Link.

Geschäftsmodell

Das Wertversprechen

Outfittery richtet sich an besserverdienende Männer im Alter zwischen 30 bis 50. Dieser Zielgruppe bietet Outfittery einen einfachen und bequemen Zugang zu stilsicherer Mode. Oft nutzen sogar die Frauen den Service, um unkompliziert für ihre Männer einzukaufen. Outfittery übernimmt die Rolle eines immer verfügbaren Einkaufswerkzeug. Der Zugang zu neuen Produkten wird über unterschiedlichste Kanäle sichergestellt. Die Stilberaterinnen sorgen dafür, dass die Männer stilsicher (im Sinne allgemeiner sozialer Normen) eingekleidet sind. Die Geschäftsführung von Outfittery beschreibt das Wertversprechen selbst als unkomplizierten Zugang zu wenigen relevanten Produkten, anstatt eines unübersichtlichen, nicht relevanten breiten Sortiments.

Die Kundenbeziehung

Outfittery führt über unterschiedliche Marketing-Kanäle Kunden auf die Webseite. Zu den Kanälen gehören Online-Marketing-Kanäle und vorallem TV. Auf Facebook hat Outfittery beispielsweise 482.378 Fans, auf Twitter respektable 2.295 Follower und auf Instagram wurde bereits die 20.000 Follower-Grenze gesprengt. Über das eigene Outfittery-Magazin werden Kunden via Suchmaschinenmarketing gewonnen. Sind die Kunden auf der Webseite werden sie über eine Anmeldestrecke in das CRM konvertiert. Mit der Anmeldung wird der Kunde vorsegementiert, und einem passenden Modeberater zugeordnet. Für die Zuordnung wird mittlerweile eine Künstliche Intelligenz mit entsprechenden Algorithmen angewendet.
Nach der Anmeldung werden alle Daten (mehr als 200 Datenpunkte) in einem CRM gespeichert und stehen dem Kundenberater zur Verfügung. Neben den klassischen Marketing-Kanälen wird auch viel experimentiert – So wurde am Hamburger Flughafen ein Pop-Up-Store getestet. Und mit einem mobilen Körperscanner wurden Männer innerhalb von 10 Sekunden gescannt, und mit den Daten in das CRM überführt. Ein weiterer wichtiger Multiplikator ist die Mund-zu-Mund-Propaganda zufriedener Kunden. Darauf zielt auch die kundenorientierte Weiterentwicklung des Unternehmens – Die Geschäftsführer telefonieren des Öfteren mit Kunden, um neue Ideen und Ansätze zu identifizieren.
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Die Kundenkanäle

Die Kunden stehen mit den Outfittery-Beratern über unterschiedliche Kanäle in Verbindung.
Zu einem über das Kundenkonto auf der Webseite. Auch telefonisch und per E-Mail kann der Kunde bei seiner Beraterin Stile ordern. Besonders hervorzuheben ist allerdings die Outfittery App. Nach der Anmeldung kann der Nutzer sich einloggen und Fragen zu Produkten und Stile beantworten. Die App ermittelt nicht nur mögliche Produkte, sondern teilt auch die am besten geeignete Beraterin zu. Obwohl Outfittery ein eCommerce-Vorreiter ist, ist der menschliche Kundenberater der Hauptansprechpartner und Kontaktpunkt für die Kunden. Der Kundenberater wird durch ein CRM und Künstliche Intelligenz bei der Beratung unterstützt. Alle Beratungskapazitäten sind in Berlin zentralisiert – auf teuere Einzelhandelsstrukturen wird verzichtet.

Die Kundensegmente

Outfittery richtet sich ausschließlich an Männer. Die Zielgruppe ist zwischen 30 und 50 Jahre alt. Sie ist besserverdienend und hat einen zeitlichen Engpass. Die Zielgruppe bewegt sich in sozialen Kreisen mit einem erhöhten Anspruch an Kleidung und Stile. Mehr als 50% der Kunden haben zuvor keine Mode online eingekauft – und das obwohl der Zielgruppe für volle Umkleidekabinen und Warteschlangen an der Kasse die Geduld fehlt. Der Fokus der Kunden liegt vorrangig auf Qualität vor Quantität. Deshalb gibt Outfittery auch generell keine Rabatte – Rabatte in der Neukundengewinnung ausgenommen. Die Kunden zahlen die gängigen Ladenpreise und bestellen in der Regel im Jahr für 600,- EUR bis 750,- EUR im Schnitt Modeartikel.

Die Umsatzquellen

Outfittery betreibt im Prinzip das klassische Einzelhandelsgeschäft. Verkauft werden Produkte zum Ladenpreis. Ohne die normalerweise im Fashion-Retail angwendeten Rabatte realisiert Outfittery die typischen 50 Prozent Marge. Neben dem monetären Umsatz generiert Outfittery weiteren wirtschaftlichen Wert durch die gesammelten Daten. Nach eigenen Angaben sammelt das Unternehmen pro Kunde um die 200 Datenpunkte – das sind mehr individuelle Kundeninformationen als bei jedem anderen Fashion-Retailer im Markt. In der systematischen Auswertung der Daten durch Künstliche Intelligenz liegt der wahre Wert des Unternehmens. Aus der Kombination aus Daten und KI entsteht eine hochgradig personalisierte und individualisierte Beratung. Diese ist jeder anderen Beratung deutlich überlegen – Ziel ist es die gesamte Customer Journey perfekt zu bedienen.

Die Kernressourcen

Das Geschäftsmodell von Outfittery dreht sich um die Kundenberatung (Modestylisten) und das CRM-System. Das CRM-System organisiert die Kundendaten und liefert den Modestylisten Informationen wie die Pakete auszustatten sind. Sie werden seit neuestem von einem KI-System unterstützt. Das KI-System wird über das CRM von den Beratern mit strukturierten Kundendaten gefüttert. Dieses analysiert die wachsende Datenmenge. Mithilfe des Tools ist es den Beratern schneller möglich passende Produkte zu identifizieren, Zugriff auf vorherig gekaufte Produkte zu nehmen, und Produktalternativen im Sortiment zu identifizieren. Eine weitere wichtige Kernressource sind Marketing-Fachkräfte. Outfittery muss kontinuierlich neue Kunden in das System führen, um den anspruchsvollen Wachstumszielen gerecht zu werden. Dazu zählt auch die Reaktivierung von Kunden über E-Mail-Marketing. Dieses wird mithilfe von Cheetah Digital umgesetzt. Die Wettbewerber werden mit Similiarweb beobachtet – wobei das Tool nur zur Beobachtung von Veränderungen nutzbar ist. Die Trafficwerte sind relativ unzuverlässig. Für den Kundensupport per E-Mail setzt Outfittery Desk von Salesforce ein. Die KPIs werden mit Tableu visualisiert und überwacht. Bewerber und Mitarbeiter werden über das Personio-HR-Tool organisiert. Bewerbungsgespräche werden via Skype geführt. Die gesamt technische Infrastruktur wird inhouse gehostet. Zu den Kernressourcen gehören zudem Lager und Logistik, sowie hochwertige Verpackungsmaterialien.

Die Kernpartner

Zu den wichtigsten Kernpartnern gehören europäische Modemarken. Beispielsweise zählen
Modemarken wie Hugo Boss, Ben Sherman, Tiger of Sweden zu den Lieferanten. Insgesamt sind 100 Modemarken auf Outfittery vertreten. Zu den weiteren Kernpartnern gehören die Hersteller des Verpackungsmaterials, die Logistik-Unternehmen, und im Rahmen der Unternehmensfinanzierung natürlich die Venture-Capital-Unternehmen.

Die Kernaktivitäten

Zu den wichtigsten Kernaktivitäten des Unternehmens gehört die Beratung des Kunden durch die Modestylisten. Rund um diese Kernaufgabe gruppieren sich weitere Bausteine. Beispielsweise wird Kundenfeedback aufgenommen, in das CRM eingepflegt, und bis in den Einkauf weitergeleitet. Die Modestylisten beraten ihre Kunden über unterschiedliche Kanäle. Am Telefon beispielsweise wird kein Zeitlimit für die Betreuung gesetzt. Neben den operativen Aufgaben, wird das Gesamtangebot kontinuierlich weiterentwickelt. Dazu zählt beispielsweise die Befragung von Kunden über deren Zufriedenheit und Tests mit Fokusgruppen.

Die Kostenstruktur

Der größte Kostenfaktor des Unternehmens sind die Mitarbeiter in der Beratung. Außerdem erzeugen Retouren hohe wiederkehrende Aufwände. Die Neukunden-Gewinnung erzeugt ebenfalls hohe Aufwände. Bezüglich der Mitarbeiter in der Beratung sei angemerkt, dass diese in Zukunft auf Basis von künstlicher Intelligenz, mit Daten aus dem CRM, deutlich effizienter und effektiver beraten können. Die höhere Beratungsqualität wirkt sich direkt auf die Retouren-Quote aus – diese dürfte vor allem bei Stammkunden mit zunehmender Beziehung sinken. Die Kosten der Kundengewinnung müssen gegen die deutlich geringeren Kosten der Kundenreaktivierung gerechnet werden. Mit zunehmender Beziehungsdauer sinkt der Anteil der Kundengewinnungskosten am umgesetzten Customer-Lifetime-Value. Tatsächlich liegt hier eine Stärke des Systems. Je länger die Kunden-Unternehmensbeziehung, desto geringer die Kosten, desto höher die Marge. Im Fokus der Unternehmensstrategie ist deshalb aktuell die Expansion in möglichst viele Märkte, und die Generierung möglichst vieler neuer Kunden. Dieser Punkt belastet die Kostenseite derart, dass er nur durch externes Kapital wagnisfinanziert werden kann.

Fazit und Gesamtbewertung

Die Geschäftsidee von Outfittery funktioniert nachweislich, und die früheren Schwachstellen im Geschäftsmodell (hoher Bedarf an Kundenberatern) wurden abgeschwächt. Das Unternehmen schreibt zwar noch keine schwarzen Zahlen, dies ist aber vor allem dem konsequenten Wachstumskurs der Unternehmensführung zu verdanken. Bezüglich des Umsatz- und Gewinnpotentials muss man sich kaum Sorgen machen. Outfittery erzielt deutlich höhere Umsätze und Margen pro Kunde, als vergleichbare Unternehmen des Fashion-Retail-Marktes. Outfittery richtet sich an eine spezielle Zielgruppe. Diese Zielgruppe ist nicht preissensibel, sondern zeitsensibel. Die Fashion-Beratung entlastet die Zielgruppe von einer anstrengenden und zeitintensiven, jährlich wiederkehrenden Aufgabe. Gleichzeitig wird dem Kunden ein stilsicheres Auftreten gewährleistet. Die Geschäftsidee ist – unserer Meinung nach – ein gutes Beispiel für eine alternative Wertschöpfung im eCommerce. eCommerce-Unternehmen setzen normalerweise bei der Verfügbarkeit, dem Preis und der Vielfalt an. Outfittery konzentriert sich auf zeitliche Entlastung, soziale Sicherheit und eine mit der Zeit immer besser werdende Kundenberatung. Diese wird vor allem durch deutlich bessere Kundendatensätze mit bis zu 200 Kundendatenpunkten, sowie dem Einsatz künstlicher Intelligenz zur Datenauswertung, gewährleistet. eCommerce-Unternehmen sollten die Outfittery- Geschäftsidee als Denkansatz für mittel- bis langfristige Unternehmensstrategien näher in Betracht ziehen. Denn auch im eCommerce steigt der Wettbewerb stetig. Und die Differenzierung vom digitalen Wettbewerber ist nicht über Verfügbarkeit, Sortimentsbreite und Preis zu schaffen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Bedienung kaufkräftiger Zielgruppen, und die Fokussierung neuer Bedürfnisse, wie beispielsweise Bequemlichkeit und Beratung. Insgesamt erzielt Outfittery 53 von 60 Punkten in unsere Startup-Analyse.

Mögliche Gesamtpunktzahl: 60
Outfittery: 53 Punkte

Jetzt sind Sie gefordert: Was denken Sie über das Startup? Wie beurteilen Sie das Unternehmen, die Geschäftsidee und das Innovationspotenzial? Schreiben Sie uns Ihre Meinung über das Kommentarfeld am Ende dieser Seite.

Kai Hebenstreit ist Chefredakteur und Gründer des digitalen Magazins manymize magazin®. Kai ist Experte für digitale Geschäftsmodelle und Start-ups, digitale Produktstrategien und UX-Design und -Management. Er ist Diplom-Designer mit einem zusätzlichen Abschluss in Verhaltenspsychologie. Auf Agenturseite zählen zu seinen Kunden GetIt (heute KPS Digital), OgilvyOne und BBDO - auf Unternehmensseite unter anderem die METRO AG, Dr. Oetker, Unitymedia, Porsche und Volkswagen.